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Gemeinsam Träume wagen. Das war das 121. Jahresfest in Lobetal

Unter dem inspirierenden Motto „Träume wagen. Lebendig. Mutig. Stark.“ Feierten die Lobetaler ihr 121. Jahresfest. Weder drückende Sommerhitze noch plötzliche Gewittergüsse und Regenschauer konnten der Lebensfreude in Lobetal etwas anhaben. Verbunden durch die wunderbare Gemeinschaft war es ein lebendiges Fest der Begegnung

Auftakt war mit dem Festgottesdienst in der Waldkirche.

In seiner Predigt nahm Pastor Dr. Bartolt Haase das Motto „Träume wagen“ auf und spannte den Bogen von Psalm 126 bis hin zur Zionskirche in Bethel. „Wir werden sein wie die Träumenden“ ist als prägnanter Schriftzug im Altarraum der Zionskirche in Bethel verewigt und prägt dort den geistlichen Mittelpunkt und das Programm von Bethel, das zum Träumen und Handeln für eine bessere Welt einlädt.

Das gelte gerade heute, in einer Zeit, wo Sorgen und Herausforderungen bei vielen Menschen den Alltag bestimmen, wenn es um die Gesundheit, das Verhältnis zu Kindern und Eltern, soziale Probleme und die Zukunft des sozialen Systems überhaupt geht. „Bei allen nötigen Veränderungen dürfen nicht die Schwächsten der Gesellschaft aus dem Blick geraten“, unterstrich Bartolt Haase. Auch angesichts kriegerischer Auseinandersetzungen in der Ukraine oder Nahost müsse man Träume wagen, sich dabei gegenseitig Zuversicht geben.

Verwandlung und Schmetterlingsflug

In diesem Jahr standen Schmetterlinge für Verwandlung, Hoffnung und Neuanfang. Sie unterstrichen das Motto: „Träume wagen.“ Das Theaterstück der Christenlehre-Kinder „(K)Eine ganz gewöhnliche Raupe“ nahm das Thema auf und begeisterte die Gottesdienstbesucher. Besonders beeindruckend war ein Schmetterlingsflug über der Bühne, bei dem die zum bunten Schmetterling verwandeltet Raupe ihre ersten Flugversuche zum Besten gab.

Grußworte

Dr. Jouleen Gruhn, SPD, Vizepräsidentin des Landtages Brandenburg, dankte in ihrem Grußwort für den herzlichen Empfang an diesem Tag der Tradition in Lobetal. Das aktuelle Motto, so die Politikerin, beschreibt, wie die Menschen hier den Ort prägen, Kraft in der Gemeinsamkeit finden: „Diese Haltung brauchen wir im Land noch viel mehr.“ Das Verbindende, das hier gelebt werde, verdiene großen Respekt und Unterstützung.

Kristóf Bálint, Generalsuperintendent für den Sprengel Potsdam, führte aus, dass die Bibel voller Träume sei, und Träume etwas wären, was die Wirklichkeit vorwegnimmt. Die Entstehung Lobetals, seine Entwicklung zu einem Ort des Lebens und der Hilfe, sei ein direkter Beweis dafür. Aber: „Teilhabe und Inklusion sind kein Bonus, sondern eine tägliche Aufgabe.“ In diesem Sinne wären die Evangelische Kirche und ihre Diakonischen Einrichtungen zwei Seiten ein und derselben Medaille.

In seinem Grußwort unterstrich Staatssekretär Dr. Wagner vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg, dass er das hier an diesem Tag Erlebte als großartig empfinde. „Wie in Lobetal gelebt wird, das sollte eine Selbstverständlichkeit in unserer gesamten Gesellschaft werden“, forderte er. Auch auf dem Weg zu sozialen Reformen müsse man bei angedachten Veränderungen darauf achten, dass „Angebote passgenau wirken und wir in der Fläche so versorgen wie bisher“.

Fest mit vielen Facetten

Stände mit kreativ hergestellten Dingen aus Holz, Papier oder Ton, Lobetaler Bio-Produkte, Pflanzen und Handgemachtes luden zum Kaufen und zum Stöbern auf dem Festgelände rund um den Dorfplatz ein. Viele Einrichtungen aus der Altenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Suchthilfe, aus den Bereichen Teilhabe, Bildung und Werkstätten informieren über ihre Angebote. Für Kinder gibt es Zielwerfen, Kinderschminken, Malen und Graffiti, Seifenblasen – und natürlich eine Hüpfburg. Das Demokratiemobil des Landes Brandenburg regte zum Gespräch und Gedankenaustausch an.

Mitmachen bei Robert Metcalf und Bühnenprogramm

Ein musikalischer Leckerbissen war das Familienkonzert mit dem Berliner Kinderliedermacher Robert Metcalf, das witterungsbedingt von der Waldkirche in die Lobetaler Kirche verlegt werden musste. Mitmachen war ausdrücklich erwünscht. Auf der Bühne am Dorfplatz spielten die  Stilvagabunden von „Schnaftl Ufftschick“ mehrfach ihre schräge Mischung aus Jazz, Pop, Folk- und Weltmusik. Sie überbrückten den Gewitterguss mit launigen Ansagen und flottem Spiel. Die schon von den der jüngsten „Lobetaler Begegnung“ bekannten Bollywood-Tänzerinnen der Pflegeschule begeisterten dort anschließend ebenso wie die Cover-Rocker von „GreenTea“ aus dem Barnim.

Reise in die Zukunft

Gegen 15 Uhr hob sich der Vorhang für das Theaterstück „Zukunftsreise – Lobetal im Jahr 2062“ mit einer Zeitmaschine der Jugendhilfe. Die Musik schrieb Daniel Pienkny, der Posaunenchor und die Gruppe „Bunte-Schräge-Singvögel“ aus Berlin unterstützten die Darstellenden musikalisch. Die Zeitreise nahm die Gäste mit ins Jahr 2062. Dabei gab es einige Überraschungen. In der Schlussszene sorgten die beiden Geschäftsführerinnen der Stiftung für die sichere theatralische Landung in der Gegenwart mit einer Zeitkapsel aus der Zukunft. Großer Beifall vom Publikum für alle Beteiligten!

Bereits am Vorabend des Jahresfestes, am 20. Juni, lud das traditionelle Lobetaler Jahresfest-Konzert um 17 Uhr in der St. Marien Kirche Bernau ein. Bläserinnen und Bläser aus Lobetal, Bethel/Bielefeld, Berlin und dem Barnim spielten für die Gäste Heiteres und Besinnliches unter der Überschrift: „Neugierig? Vom Hören und Sehen im Zusammen-Spiel“.