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Schülerinnen und Schüler mit Flucht und Migrationshintergrund auf Erkundungstour im Humboldt-Forum Berlin

12 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen sechs bis neun der Bernauer Schule am Kirschgarten haben am 7. Mai das Humboldt-Forum, (ehemaliges Stadtschloss Berlin) besucht. Sie alle haben einen Flucht- und Migrationshintergrund, sind etwa ein Jahr in Deutschland und besuchen seitdem die Schule in Bernau. Gemeinsam mit Jannis Riemann, Lehrer für Deutsch als Fremdsprache und Vernesa Podrimaj, Respekt-Coach, fand dieser Besuch im Rahmen der Eingliederung von Schüler:innen nichtdeutscher Muttersprache statt. Dies soll ihnen unter anderem ermöglichen, hier besser Fuß zu fassen. Geflohene oder migrierte Kinder und Jugendliche haben es nach ihrer Einreise in die neue Heimat besonders schwer, zurecht zu kommen, mussten sie doch ihr soziales Umfeld, Freunde und ihre vertraute Umgebung verlassen.

Was eine Spende bewirkt – und woher die Jugendlichen kommen

Eine Spende der Hasso Plattner Stiftung ermöglicht es dem Jugendmigrationsdienst nun, diesen jungen Menschen einen Tag Auszeit zu bieten und Einblicke in die Geschichte und Kultur hier zu ermöglichen. Beteiligt waren Schüler aus Afghanistan, Mazedonien, Indien, der Ukraine und Syrien.

Was steckt hinter dem Humboldt-Forum?

Wo könnte es einen besseren Ort geben, als im Humboldt-Forum? Das einstige preußische Herrschaftssymbol und heutige Humboldt-Forum ist benannt nach den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt. Alexander von Humboldt bereiste als Forscher die Welt, während Wilhelm von Humboldt sich der Wissenschaft widmete. Das gesamte Forum steht für Weltoffenheit, Wissensdrang und kulturellen Austausch und präsentiert sich als interdisziplinäres Kulturzentrum.

Ein Rundgang voller Aha-Momente: Vom Foyer bis zum Skulpturensaal

Mit einer Führung zum Thema „Architektur und Geschichte“ startete der Rundgang zunächst im Foyer, was sich von der ersten Etage aus wie ein Stadtplatz darstellt. Weiter ging es über die Passage in den Schlüterhof. Danach besuchte die Gruppe den Skulpturensaal. Abschließend wurden Werkstätten, Steinbrüche und Orte der Rekonstruktion thematisiert. Die Referentin vermittelte die Inhalte sprachsensibel und traf damit bei den Jugendlichen auf offene Ohren. Mit Hilfe einer Plankarte orientierten sie sich im eigenständig im Forum erschlossen sich das Gebäude. Besonders ein Videobeitrag weckte während der Führung ihr Interesse. In diesem Beitrag wurde der gesamte Bauprozess des Humboldt Forums anschaulich dargestellt. Gezeigt wurde unter anderem, wie einzelne Segmente zunächst an einem anderen Ort konstruiert und aufgebaut wurden, bevor man sie schließlich für den finalen Aufbau exportiert hat. Dieser Einblick in die logistischen und handwerklichen Schritte des Entstehungsprozesses war für die Gruppe besonders faszinierend.

Drei Systeme, ein Ort: Welche Geschichte das Schloss erzählt

Am Ende der Führung wurde zudem visuell verdeutlicht, wie sich das Stadtschloss geschichtlich von einst bis heute innerhalb dreier politischer Systeme verändert hat. Für alle war der Besuch des Humboldt-Forums eine interessante und gewinnbringende Möglichkeit, sich ein wenig mit der Geschichte vertraut zu machen.

Warum alle sofort nach dem nächsten Ausflug fragen…

Auf dem Rückweg kamen mehrere Schüler:innen auf die Organisator:innen zu und fragten begeistert: „Wann machen wir den nächsten Ausflug? Findet dieses Jahr noch einer statt?“ Die Freude der Jugendlichen darüber, abseits des Schulalltags Zeit miteinander zu verbringen, gemeinsam Neues zu entdecken und Sprache in der Praxis zu erleben, war groß.