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„…und wer froh ist, ist ein König! Dagmar Wörmann leitet den Singkreis im Julia von Bodelschwingh Haus“

In diesem Jahr feiern die Ehrenamtsagenturen Bernau und Ahrensfelde runde Jubiläen. Sie stehen in der Trägerschaft der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Wir stellen deshalb Ehrenamtliche vor, die sich in Diensten und an Standorten der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal engagieren. Kürzlich haben wir das Julia von Bodelschwingh‑Haus besucht und Dagmar Wörmann getroffen.

Dagmar Wörmann leitet ehrenamtlich im Julia von Bodelschwingh‑Haus im Berliner Westend einen Chor. Sie wohnt dort seit zwei Jahren und hat es nicht bereut, hierhergezogen zu sein. Sie sagt: „Ich fühle mich hier zu Hause. Die Räumlichkeiten und die Umgebung sind wunderbar.“ Damit meint sie den Georg‑Kolbe‑Hain gegenüber dem Julia von Bodelschwingh‑Haus. Wenige hundert Meter entfernt befinden sich das Georg‑Kolbe‑Café und das Museum. Die S‑Bahn bringt sie innerhalb weniger Minuten in die City. Hinzu kommt: „Ein großes Glück für mich ist, dass meine allerbeste Freundin nur 15 Gehminuten entfernt wohnt.“ Sie verrät: „Ich komme aus Gütersloh. Wir waren schon in Gütersloh im selben Kindergarten, in derselben Grundschule und auf demselben Mädchengymnasium.“

Frau Wörmann spielte seit ihrer Kindheit Klavier und Blockflöte. Als Kind und Jugendliche hat sie in Chören gesungen und tut das bis heute. Musik ist ihre Leidenschaft, oder wie sie es ausdrückt: „Singen tut der Seele gut!“

Wie kam sie zu ihrem ehrenamtlichen Engagement? Katharina Kröll‑Mohr (Hausleitung) fragte, ob sie ihr musikalisches Talent einbringen möchte. „Hätten Sie nicht Lust, einen Singkreis zu gründen?“ Dagmar Wörmann musste nicht lange überlegen; sie war sofort Feuer und Flamme.

Schnell fanden sich Menschen für das gemeinsame Singen. Seit Januar 2025 singt sie gemeinsam mit zwölf Seniorinnen und Senioren sowie mit Betreuerinnen und Auszubildenden aus den drei Pflegestationen. Dagmar Wörmann begleitet das Singen auf dem Keyboard, manchmal auch mit der Blockflöte. Sie stellt sich dabei auf die Möglichkeiten der Sängerinnen und Sänger ein: Die Lieder werden eher etwas tiefer gesungen, kleine Pausen lockern auf, und wer nicht singen möchte, darf auch gerne summen. Sie sagt: „Man muss auch nicht singen. Man kann auch zuhören. Oder nur dann mitsingen, wenn es passt.“

Auf dem Programm stehen bekannte Volkslieder, die die älteren Menschen seit ihrer Jugend kennen. Im Liederheft mit großer Schrift sind zu finden: „Das ist die Berliner Luft“, „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“, „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“, „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, aber auch Schlager wie „Tulpen aus Amsterdam“. Der Chor tritt bei den jahreszeitlichen Festen auf und lädt zum Mitsingen ein.

Sie weiß: „Menschen mit demenziellen Erkrankungen erinnern sich oft an diese alten Lieder. Plötzlich erhellt sich das Gesicht und Textzeilen werden im Gehirn abgerufen.“ Darüber freut sie sich. Sie hat als Psychologin gearbeitet, verfügt unter anderem über eine Ausbildung als Musiktherapeutin und kann professionell mit dieser Erkrankung umgehen.

Singen ist für sie mehr als Musizieren. Es trainiert Koordination und Gedächtnisleistung, bringt den Organismus in Schwung und fördert das Gemeinschaftsgefühl. Es beginnt mit einer Aufwärmphase sowie Lockerungs‑ und Atemübungen. „Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König!“ Mit diesem Lied beendet sie meist das Treffen der Singgruppe.

Warum ist es Dagmar Wörmann wichtig, sich zu engagieren? Die Antwort ist ganz einfach: „Ich möchte als Rentnerin noch etwas Sinnvolles tun. Ich brauche Herausforderungen.“ Dabei ist sie froh und dankbar, dass sie ihre Musikerfahrung einbringen und Menschen glücklich machen kann.

Wolfgang Kern