Rückblick: Protesttage zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen: Berlin+Eberswalde+Erkner+Wandlitz
Rund um den 5. Mai, den Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, haben sich wieder viele Menschen an den Standorten der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal gemeinsam für Inklusion, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit stark gemacht. Das Motto dieses Jahr lautet „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.
Für viele Menschen mit Behinderung bleibt strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung leider weiterhin Alltagserfahrung. Die angekündigten Sparmaßnahmen im Sozialbereich und veränderte politische Rahmenbedingungen in den Kommunen bedrohen zudem bereits erreichte Fortschritte für eine verbesserte Teilhabe. Und obwohl bereits vor zehn Jahren mit dem Bundesteilhabegesetz wichtige Grundlagen für die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung geschaffen wurden, zeigt die Praxis doch, dass die Regelungen des BTHG noch wenig Wirkung entfalten haben.
Nach wie vor müssen Menschen mit Behinderungen ihr Recht auf Teilhabeleistungen mühsam durchsetzen. Mit zahlreichen Ständen, vielen Mitmachangeboten, Musik und Gesprächen zeigte der Protesttag, Besuchern und Gästen, worum es geht und wie wichtig es ist, stets und ständig daran zu erinnern, berechtigte Forderungen von Menschen mit Behinderung durchzusetzen. Die Veranstaltungen waren möglich dank der Förderung von Aktion Mensch. Wo das nicht möglich war, konnten Spenden dafür eingesetzt werden. Herzlichen Dank dafür.

Warschauer Höfe in Berlin feiert den Protest: Ein buntes Fest der Begegnung in den Warschauer Höfen
Strahlender Sonnenschein, mitreißende Rhythmen und eine Atmosphäre voller Lebensfreude: Am 2. Mai 2026 verwandelten sich die Warschauer Höfe in Berlin in einen Ort der Begegnung und des gemeinsamen Feierns. Im Rahmen des diesjährigen Aktions- und Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen hatten wir eingeladen – und viele sind gekommen, um gemeinsam ein Zeichen für Inklusion und Teilhabe zu setzen.
Ein Programm, das begeisterte
Das Highlight des Tages war zweifellos die inklusive Trommelgruppe. Mit ihrer Energie heizten sie den Besuchern in den Höfen ordentlich ein und brachten alle zum Mitwippen. Wer es etwas ruhiger, aber nicht weniger unterhaltsam mochte, kam bei unserem Pantomimen auf seine Kosten: Mit viel Witz und ganz ohne Worte sorgte er für zahlreiche Lacher und staunende Gesichter bei Groß und Klein.
Technik zum Anfassen und gute Gespräche
Auch inhaltlich gab es viel zu entdecken. Das PIKSL-Labor präsentierte faszinierende Einblicke in die digitale Welt. Besonders der 3D-Drucker zog die Blicke auf sich und zeigte, welche Möglichkeiten moderne Technik für die Barrierefreiheit bietet. Zudem war die Polizei mit einem eigenen Stand vertreten, suchte den Dialog mit den Gästen und stand für Fahrradkennzeichnungen zur Verfügung.
Leckereien und Gemeinschaft
Was wäre ein Fest ohne gutes Essen? Bei herrlichstem Wetter genossen die Gäste frisches Essen vom Grill, sowie eine große Auswahl an hausgemachtem Kuchen, duftendem Kaffee und alkoholfreien Cocktails. In lockerer Runde entstanden so viele wertvolle Gespräche und neue Kontakte.
Es war eine wundervolle, ausgelassene Stimmung, die gezeigt hat, wie bunt und lebendig Inklusion in Berlin gelebt wird. Wir danken allen Beteiligten und Besuchern für diesen unvergesslichen Tag!

Leben lernen Berlin demonstriert am Brandenburger Tor
Leben lernen Berlin hat wie viele andere auch an der Demonstration in Berlin teilgenommen. Sie startete am Nachmittag des 5. Mai am Brandenburger Tor und endete mit einer Abschlusskundgebung am Roten Rathaus. Zur Vorbereitung auf die Demonstration wurde am Bildungsinstitut ein Workshop zum Thema angeboten. Nach einem kurzen theoretischen Teil, in dem besprochen wurde, was eine Demonstration ist und welche Forderungen die Teilnehmenden haben, wurden Plakate gestaltet. Diese kamen am 5. Mai natürlich zum Einsatz.

Protest in Eberswalde: Musikalisch und farbenfroh
Ein farbenfrohes Bild bot sich am Nachmittag des 4. Mai auf dem Eberswalder Marktplatz. Unübersehbar für alle fand hier der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt.
Den Auftakt bildete um 14 Uhr eine Trommlergruppe, ein Musiker am Keyboard mit dem Künstlernamen Tom sowie Sängerin Marie-Lois Beck, die den Aktionstag einläuteten. Dabei waren unter anderem mehrere Träger: der die Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung des Landesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Berlin Brandenburg e. V., die Selbsthilfegruppen Dabei-sein-wollen Dabei-Sein-Wollen und Treffpunkt Mitwirkung und der Behindertenverband Eberswalde e. V. Das Haus Schwärzetal bot Kaffee und Kuchen an. Zudem gab es weitere gastronomische Angebote auf dem Marktplatz.
Gegen 15 Uhr begrüßte Landrat Daniel Kurth die Akteure. Er sagte: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Das ist ein Versprechen, das wir jeden Tag erneut einlösen müssen. Menschen mit Einschränkungen haben das Recht, überall dabei zu sein. Barrierefreiheit bedeutet auch Freiheit für uns alle. Da sind wir leider noch nicht am Ziel.“ Kurth betonte, wie wichtig es sei, die Impulse dieses Mottos stets mit in den Alltag zu nehmen. „Das Recht auf Teilhabe ist die Basis für unser Zusammenleben. Daher ist es enorm wichtig, an diesem Aktionstag vehement daran zu erinnern. Ich danke allen, die diesen Tag heute hier organisiert haben.“
Die Veranstaltung wurde von der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Bereich Teilhabe, Verbund Nord-Ost-Brandenburg organisiert und der Aktion Mensch unterstützt. Federführend verantwortlich waren Sarah Blankenburg vom Bereich Beschäftigung und Bildung Blütenberg / Eberswalde sowie Claudia Ebert, Mitarbeiterin der VERSTEH Bar, im Büro für Leichte Sprache Bernau am Rollberg-Eck.

Protesttag in Erkner: Ein Tag voller Begegnungen und Kreativität
Morgens: Filmvorführung und lebhafte Diskussion
Am Vormittag versammelten sich mehrere Schulklassen aus Erkner im Kino, um gemeinsam den Film Blindgänger zu sehen. Im Anschluss fand eine intensive Reflexions- und Diskussionsrunde statt — moderiert in Anwesenheit des Regisseurs. Die Schülerinnen* und Schüler*innen zeigten sich begeistert und brachten unmittelbar persönliche Eindrücke und Fragen ein. Die Atmosphäre war offen, neugierig und mitreißend.
Mittags: Ein Zug durch den Rathauspark und der Gallery Walk
Nach der Vorführung zogen die Teilnehmenden in den Rathauspark, wo der sogenannte „Gallery Walk“ das besondere Highlight des Tages bildete. Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigungen begaben sich gemeinsam auf eine eindrucksvolle Reise durch verschiedene Lebenswelten. Im Vorfeld hatten sich viele Gruppen kreativ mit der Leitfrage „Was behindert mich im Leben?“ auseinandergesetzt: Schülerinnen* und Schüler*innen, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Seniorinnen* und Senioren* und weitere Interessierte schufen dazu vielfältige Kunstwerke.
Die Spannung des Gallery Walk lag in der großen Bandbreite der Perspektiven — von persönlichen Gedanken über systemische Barrieren bis zu visuellen und performativen Ausdrucksformen. Der Austausch zwischen den Generationen und Lebenslagen machte deutlich: Barrieren sind vielschichtig, und die Auseinandersetzung damit schafft Verständnis und Nähe.
Ausstellung und Einladung zur weiteren Aufmerksamkeit
Die entstandenen Werke wurden im Rathauspark präsentiert und sind zudem noch bis zum 03.06. im Rathaus Erkner zu sehen. Wir freuen uns sehr über zusätzliche Hinweise und Werbung, damit noch mehr Menschen die Ausstellung besuchen und ins Gespräch kommen.
Abschluss: Filmvorführung am Nachmittag
Den Abschluss des Protesttages bildete am Nachmittag im Kino Movieland die gemeinsame Vorführung des Films Wunder. Der Film rundete den Tag thematisch ab und bot erneut Gesprächsanlässe für alle Beteiligten.
Dank und Förderung
Die Veranstaltung wurde durch die Aktion Mensch gefördert. Ein großer Dank gilt allen Mitwirkenden, Künstlerinnen* und Künstlern, Teilnehmenden sowie dem Kino und der Stadt Erkner für die Unterstützung.

Wandlitz in Aktion
Der Kontaktladen THEO der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal veranstaltete am 06. Mai von 15-19 Uhr in Kooperation mit der Gemeinde Wandlitz einen bunten Aktionstag. Ziel ist es sich für Menschen mit psychischen Erkrankungen stark zu machen. Sie erfahren im Alltag immer noch viel Unverständnis und Ablehnung. Der Aktionstag sollte für die Barrieren sensibilisieren und über Angebote zur Unterstützung informieren. Die Gäste erlebten ein vielfältiges Programm von einer Lesung in Einfacher Sprache, der Gestaltung einer Graffiti Wand bis hin zu dem Gestalten von Armbändern. Die Tag wurde unterstützt und gefördert durch Aktion Mensch.
