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Es geht doch um die Kinder und um unsere Zukunft!

Nach acht Stunden ist Schluss! Kitas der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal waren mit dabei: Aktionswoche KiTAKOLLAPS im Land Brandenburg.

Die Kitas der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Schneckenkönig (Bernau), Senfkörner (Werneuchen), St. Martin (Biesenthal)  waren mit dabei am landesweiten Aktionstag der Initiative KiTAKOLLAPS und unterstützt die symbolische 8-Stunden-Schließung am Aktionstag, den 13. Mai.

„Es ist 15 Uhr und ich schließe jetzt die Kita Schneckenkönig ab.“ Kitaleiterin Diana Kelch dreht den Schlüssel herum. Feierabend. Schluss für heute. Denn von 7 Uhr bis 15 Uhr sind es genau 8 Stunden, welche die Landesregierung die Kita-Betreuung bezahlt. Nicht eine Stunde mehr. 

Wie das praktisch funktionieren soll, ist Erzieherinnen und Eltern mehr als fraglich. Darauf aufmerksam zu machen, ein Zeichen zu setzen, wie sehr diese Regelung an der Realität vorbeigeht, genau darum ging es in der Aktionswoche KitaKollaps. 

Vom 11. Bis 15. Mai hatte das Aktionsbündnis dazu Kitas, Tagespflegestellen und Horte in Brandenburg aufgerufen, sich in gemeinsamen Protesten zu beteiligen. Dabei ist auch die Kita Schneckenkönig in Bernau Waldfrieden, die unter der Trägerschaft der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal steht. 

Im Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstages stand dabei die symbolische Begrenzung der Öffnungszeiten auf exakt 8 Stunden. Hintergrund: Zum Jahresende 2025 lief die Richtlinie zur Förderung für verlängerte Betreuungszeiten (über 8 Stunden) in Kindertagesstätten in Brandenburg aus. Das bedeutet: Ab 2026 entfällt die bisherige finanzielle Unterstützung des Landes für zusätzliches Personal, wenn Kinder länger als 8 Stunden betreut werden. Eine Nachfolgeregelung gibt es bislang nicht, und auch die Kommunen sehen sich nicht in der Lage, die Finanzierung zu übernehmen.  „Unsere Kita beteiligt sich deshalb am landesweiten Aktionstag“, sagt Diana Kelch. 

Tatsache ist: Viele Einrichtungen betreuen die Kinder täglich deutlich länger als acht Stunden. „Das bedeutet in der Praxis, dass pädagogische Fachkräfte die längeren Betreuungszeiten absichern, ohne, dass dafür ausreichend Geld zur Verfügung steht. Normalerweise haben auch wir die Einrichtung von 7:00 bis 16:30 Uhr geöffnet. Es geht uns um die Kinder und Ihre Eltern.“ 

Nicht verwunderlich: Diana Kelch ist unzufrieden, wie auch ihre Kolleginnen. „Wir sind sehr erbost darüber, wie in der heutigen Zeit mit den Bedürfnissen und Rechten der Kinder umgegangen wird!“ Schließlich sind die Kinder unsere Zukunft. „Frühkindliche Bildung darf nicht unter Personalmangel, Überlastung und fehlender Finanzierung leiden.“ 

49 Kinder werden in der Kita „Schneckenkönig“ betreut. Am Aktionstag hatten sich auch einige Eltern bewusst dafür entschieden, ihre Kinder nicht in die Einrichtung zu bringen und uns damit zu unterstützen“, informiert die Kita Leitern. 

„Ich finde die ganze Aktionswoche sehr wichtig“, ergänzt Katharina Böttcher-Schwigon, als Elternsprecherin stellvertretend für alle Eltern. „Doch ich hätte mir für diesen Tag ein größeres und damit intensiveres Signal gewünscht. Wenn zum Beispiel jede zweite Einrichtung an diesem Tag komplett geschlossen hätte.“ Auch findet sie es schade, dass sich keine staatliche Kita an der Aktion beteiligt hatte.