95 Apfelbäume der Sorte ‚Martin Luther’ übergeben

Der Lutherapfel

Dr. Peter Luther, sein Enkelsohn, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Martin Wulff und Stephan Zöllner (Leitung Bethel Begegnungsstätte) eingerahmt von Martin Luther Apfelbäumen der Stiftungen Nazareth und Sarepta


„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Keine These trifft so sehr auf Luther zu, wie dieses ihm zugesprochene Zitat.“ Davon ist Luther-Nachfahre der 14. Generation, Senator a.D. Dr. Peter Luther überzeugt. „Ohne eine große Zuversicht hätte er nie und nimmer den Kampf gegen Kaiser und Papst führen können. “ Deshalb werde dieses Zitat in 100 Jahren noch genauso aktuell sein. „Was übrigens auch für die 95 Thesen zutrifft“, ergänzte Dr. Luther bei der Veranstaltung zur Übergabe der 95 Apfelbäume der Sorte ‚Martin Luther‘ anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in Wittenberg am 21. Oktober im Hof der Leucorea.

Oberbürgermeister Torsten Zugehör führte diesen Gedanken weiter: „Der Martin Luther Apfelbaum ist ein starkes Symbol für die Zukunft. Der Genuss des Apfels bringt Tieferes zum Ausdruck, nämlich das Weitergeben von Leben und Hoffnung.“ Immerhin habe der Apfelbaum seine Wurzeln im 12. Jahrhundert und erlebe im 21. Jahrhundert eine Renaissance durch die neue Züchtung. „Ich bin auch froh, dass dieses Vorhaben durch Bethel geschieht.“ Er spielte dabei auf die Begegnungsstätte der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel an, die auch nach dem Reformationsjubiläum in der Collegienstraße bleiben wird und so zum Ausdruck bringt: „Die Reformation geht weiter und ist nicht nur ein einmaliges Ereignis.“ Initiator dieser Aktion sind die Barnimer Baumschulen Biesenthal, ein Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH, Anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen. Sie gehören zur Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die wiederum Teil des Stiftungsverbundes der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel ist.

Acht Jahre, bevor das Reformationsjubiläum gefeiert wurde, kam die Religionspädagogin Gisinda Eggers aus Berlin mit der Idee auf die Barnimer Baumschulen Biesenthal zu. Sie regte an, den Apfelbaum aus dem Luther zugeschriebenen Zitat: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ herauszubringen. Andreas Pachali, Leiter der Barnimer Baumschulen nahm die Idee auf. Die neue Sorte fand man im Abkömmling des Edelborsdorfer Apfels, der ältesten dokumentierten Apfelsorte Deutschlands und vermutlich ganz Europas. Da der Edelborsdorfer bereits im 12. Jahrhundert bekannt war, lässt vermuten, dass der Reformator sie auch gekannt und verzehrt hat. Das für die Vermehrung und Sortenlizensierung verwendete Pflanzenmaterial stammt aus der Obstbauversuchsstation in Müncheberg im Osten Brandenburgs, wo es eine sehr umfangreiche Sammlung obstgenetischer Ressourcen gibt. Andreas Pachali konnte bereits ein Modell des Apfels präsentieren, auch wenn es noch nicht das Original war: „Der ‚Martin Luther‘ ist ein klassischer Herbstapfel mit gelber Frucht und rötlichen Bäckchen gepaart mit einem edlen Aroma.“

Thomas Keller, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Werkstätten unterstrich, dass der Apfelbaum auch ein Botschafter für gesellschaftliche Teilhabe sei. „Menschen mit Behinderung finden mit der Aufzucht des Apfelbaums Beschäftigung. So symbolisiert der Baum, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind.“ Zukunftshoffnung und Mut zu Veränderungen, die Luther aus dem Lebenszeugnis von Jesus Christus herleitete, seien auch für die Hoffnungstaler Werkstätten prägend, wo Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Arbeitsprozesse gestalten, Ideen finden und unsere spezialisierte Arbeitswelt zur Beteiligung von Menschen mit Behinderungen ermutigen. „Allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, gelte deshalb großer Dank.“ Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung würdigte die beispielhafte Ausdauer und mit Blick nach vorne gerichtet: allezeit eine gute Apfelernte. 

So gingen die 95 limitierten Apfelbäume auf die Reise an Orte zwischen Schwarzwald und Oslo und damit an ganz unterschiedlichen Standorten als Botschafter ein starkes Zeichen der Hoffnung, der Gemeinschaft, des Muts und des Vertrauens setzen.

Auch die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel konnten Apfelbäume der Sorte Martin Luther in Empfang nehmen. Die Bäume für die Stiftungen Sarepta und Nazareth werden in der Ortschaft Bethel von Hoffnung und Zuversicht predigen. Weitere Bäume schlagen nun bei „leben lernen gGmbH“ am EDKE Berlin, im OT Lobetal und auf dem Kita Gelände der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Wurzeln.

Die Barnimer Baumschulen Biesenthal sind ein Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH. Hier arbeiten 10 Fachkräfte Hand in Hand mit 40 Menschen, die eine geistige oder psychische Behinderung mitbringen. Gemeinsam kultivieren sie Sträucher, Alleebäume und Nadelgehölzer sowie eine große Zahl alter Obstsorten.

Träger der Hoffnungstaler Werkstätten ist die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal im Verbund der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Sie verfügt über Angebote der Altenhilfe, der Eingliederungshilfe, der Ausbildung in sozialen Berufen, der Migration, der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, der Medizinischen Versorgung, der Suchthilfe sowie der Kinder- Jugendhilfe mit Standorten in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Bildunterschrift:

Dr. Peter Luther, sein Enkelsohn, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Martin Wulff und Stephan Zöllner (Leitung Bethel Begegnungsstätte) eingerahmt von Martin Luther Apfelbäumen der Stiftungen Nazareth und Sarepta vor dem Bethel Laden in Wittenberg.