Selbstbestimmung – Anspruch und Wirklichkeit

Lobetaler Fachtag diskutierte am 19. November die Chancen des entstehenden Bundesteilhabegesetzes

Maria Loheide, Diakonie Deutschland, bei ihrem Vortrag

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Arvids Schaub, Bereichsleiter Eingliederungshilfe der HStL (Moderation), Martin Matz, Dr. Sigrid Arnade und Andreas Kaczynski


120 Vertreter aus Einrichtungen der Eingliederungshilfe, von Institutionen und Fachverbänden trafen sich am 19. November auf Einladung der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, um sich über das in der Ausgestaltung befindliche Bundesteilhabegesetz zu informieren und die Chancen des neuen Gesetzes auszuloten. Sie wurden vom Geschäftsführer der Stiftung, Martin Wulff, herzlich im Saal Alt-Lobetal willkommen geheißen.

Das neue Gesetz, das Ende 2016 verabschiedet werden soll, werde die unterschiedlichen Teilhabeleistungen erstmals bundeseinheitlich regeln, hob Wolfgang Rombach zuständiger Abteilungsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, hervor. Darüber hinaus werde es die Unabhängigkeit von Menschen mit Behinderung stärken – ganz im Sinne der Behindertenrechtskonvention der UN. Wichtige Zielstellungen seien die Straffung rechtlicher Regelungen, die Schärfung von Zuständigkeiten und die Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft.

Maria Loheide, im Vorstand des Bundesverbandes der Diakonie Deutschland zuständig für Sozialpolitik, sieht den entscheidenden Fortschritt des geplanten Gesetzes darin, dass das bisherige Fürsorgesystem abgelöst werde durch ein innovatives Teilhabesystem. Sie betonte, dass diese Aufgabe in noch engerer Abstimmung zwischen den Ländern, Kommunen, Fachverbänden und Leistungserbringern zu lösen sei. Hier sei das gemeinsame Gespräch wichtig, denn natürlich gebe es verständlicherweise unterschiedliche Interessen und Erwartungen.

Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL), unterstrich, dass die im März 2009 in Deutschland ratifizierte Behindertenrechtskonvention der UN einen wichtigen Beitrag geleistet habe, „Behinderung als ein Menschenrechtsthema“ zu etablieren. „Nichts über uns ohne uns!“ – dieser Grundsatz der Inklusion müsse im Teilhabegesetz strikt verwirklicht werden.

An dem abschließenden Podiumsgespräch nahmen Dr. Sigrid Arnade, Martin Matz, Vorstand des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, und Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender der Paritäter Brandenburg, teil. Herausgestellt wurde, dass die Intentionen des neuen Gesetzes zu begrüßen seien, seine Umsetzung von der Ausfinanzierung abhängig sein wird.

Für Rückfragen steht Ihnen gern zur Verfügung: Arvids Schaub Bereichsleiter Eingliederungshilfe Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Tel. 03338-66 281 Mail: a.schaub@lobetal.de

Kontakt und Information

Arvids Schaub
Bereichsleiter Eingliederungs­hilfe

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