Neue Wohngruppe in Rüdersdorf eröffnet

Ingrid Sieron und Jürgen Bethke sind glücklich in ihrer eigenen Wohnung in Rüdersdorf

Gemütlicher Treffpunkt: einer der beiden Gemeinschaftsräume wird in Besitz genommen


"Komm Herr, segne uns" - so erklang es am 10. September aus vielen Mündern im zweiten Stock eines Neubaublockes in Rüdersdorf zum Erstaunen der Vorübergehenden. Der fröhliche Gesang hatte seinen Grunde: Eine neue Wohngruppe der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal wurde in der amtsfreien Gemeinde östlich von Berlin eingeweiht.

19 Männer und Frauen mit Behinderungen, die meisten von ihnen kommen aus dem Heim Gottesschutz Erkner, finden hier nicht nur ein modernes Zuhause, sondern auch vielfältige Möglichkeiten der Teilhabe am sozialen Leben. In 10 Wohneinheiten leben auf fünf Etagen jeweils zwei Personen zusammen, darunter auch vier Paare. Jede Wohneinheit verfügt über zwei Zimmer, Küche und Bad.  

Bei der Eröffnungsfeier erklärte Pastor Dr. Johannes Feldmann, Vorstand und Vorsitzender der Lobetaler Geschäftsführung: "Heute beginnt für Sie hier etwas ganz Neues. Das ist Grund zur Freude, Grund auch, Gott Dank zusagen mit dem Bibelspruch dieser Woche 'Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat'."

Martin Wulff, Geschäftsführer der Stiftung, dankte der Rüdersdorfer Wohnungsbaugesellschaft für die sehr gute Zusammenarbeit. Es sei nicht so einfach, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum für neue Wohnformen von Menschen mit Behinderungen zu finden. Daher gebühre dem Wohnungsunternehmen, einer hundertprozentigen Tochter der Gemeinde Rüdersdorf, großes Lob. Sie habe sich sehr offen gegenüber den spezifischen Anforderungen des neuen Mieters gezeigt.

Gekommen war auch der Rüdersdorfer Bürgermeister André Schaller. Manches im Wohnumfeld sei noch nicht fertig, erklärte er, aber der Stadtumbau laufe, und in den nächsten Jahren werde sich das Gesicht dieses ehemaligen Neubaugebietes weiter verschönern. Er habe die Kooperation mit Lobetal von Anfang an verfolgt und freue sich über das gute Ergebnis, Menschen mit Behinderung hineinzunehmen mitten in das soziale Leben.

Zum Konzept des neuen Wohnangebotes erklärte Wohngruppenleiter Johannes Mai: "Wir haben hier nach der Woltersdorfer Wohngruppe eine zweite stationäre WG geschaffen, in der eine Begleitung rund um die Uhr gewährleistet ist. Die meisten der Bewohner/innen fahren tagsüber zur Arbeit in der Zweigwerkstatt Erkner der Hoffnungstaler Werkstätten. Vier Bewohnerinnen sind bereits im Seniorinnenalter. Unser Ziel ist es, gute Kontakte zum sozialen Umfeld zu erschließen und die Teilnahme am städtischen Leben zu unterstützen. Dafür gibt es bereits gute Ansätze."

Dem schloß sich auch Ringo Effenberger, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Rüdersdorf, an. Er freue sich darüber, dass einige der Neu-Rüdersdorfer bereits im Gottesdienst waren und hoffe, in ihnen neue Gemeindeglieder entdecken zu können.