150 Jahre Lazarus-Diakonie in Berlin gewürdigt

Während des Festgottesdienstes in der Lazarus-Kapelle mit Bischof Dr. Markus Dröge (r.), der die Festpredigt hielt.

Präsentation des Sammelbandes „Niemanden und Nichts aufgeben“

Konzert des Lazarus-Posaunenchors im Foyer des Hauses „Sonneneck“


Das Wirken der Lazarus-Diakonie mitten in Berlin mit einer Altenpflegeeinrichtung, Hospiz, Pflegeschulen, Gästehaus und Diakonissenmutterhaus hat der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge, am vergangenen Sonntag gewürdigt. Anlässlich des 150jährigen Bestehens der diakonischen Einrichtung setzte sich  Dröge auch dafür ein, die heutigen Rahmenbedingungen in der Pflege zu verbessern:

„Wir brauchen heute in Kirche und Diakonie, aber auch in der gesamten Gesellschaft, eine Debatte darüber, wie wir uns die gerechte und soziale Gesellschaft von  morgen vorstellen, in der die Würde des Menschen im Mittelpunkt steht.“ In seiner Festpredigt, die vom Deutschlandfunk direkt übertragen wurde, dankte der Bischof den Lazarus-Diakonissen für ihr Lebenswerk, ohne das „die Geschichte dieses Ortes nicht möglich gewesen“ wäre.

Grußworte beim anschließenden Festakt hielten Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie-Deutschland, Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Dirk Gerstle, Staatssekretär für Soziales in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, sowie der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Dr. Christian Hanke.

Am Vortag hatten sich Diakonissen und Diakoniegemeinschaften in der Lazarus-Diakonie getroffen. Am Abend gab der  Lazarus-Posaunenchor ein Festkonzert.

Anlässlich des Jubiläums erschien im Wichern-Verlag der Sammelband „Niemanden und Nichts aufgeben“, in dem die Geschichte der Lazarus-Diakonie von den Anfängen bis heute dargestellt wird (ISBN 978-3-88981-390-9, 30 Euro). Unser Foto: die Herausgeber Jens Fischer, Vorsitzender des Lazarus-Kuratoriums (2.v.l.) und Jan Cantow, Archivleiter (l.) sowie (von links) Pastor Ulrich Pohl, Lazarus-Vorsteherin Karin Bertheau, Diakoniepräsident Pfarrer Ulrich Lilie, Diakonisse Sr. Christa Hübner, Lazarus-Vorstand Martin Wulff und Staatssekretär Dirk Gerstle.

Unter dem Leitwort „Niemanden und Nichts aufgeben“ gründete Pastor Wilhelm Boegehold 1865 in Berlin den Lazarus-Kranken-Verein, der sich die Errichtung eines Krankenhauses für die Ärmsten der Armen zum Ziel gesetzt hatte. Boegehold kannte aus seiner Tätigkeit als Pfarrer der Elisabeth Kirchengemeinde die Not und das Elend der Kranken, Behinderten und Schwindsüchtigen im benachbarten schnell wachsenden Industrie- und Arbeiterviertel. Im Jahr 1865 wurde der Grundstein für eine Kapelle und den Krankensaal gelegt, wenig später wurde das Diakonissen-Mutterhaus gegründet.

Die Geschichte der Lazarus-Diakonie mitten in Berlin ist auch Spiegelbild der deutschen Geschichte: Durch den Mauerbau 1961 blieb etwa die Hälfte der Lazarus-Diakonissen im Osten. Nach dem Fall der Mauer liegt Lazarus wieder mitten in Berlin.

Zu Lazarus gehören heute eine große Pflegeeinrichtung in Berlin, Seniorenwohnungen, ein Hospiz, mehrere Pflegeschulen sowie das Diakonissen-Mutterhaus. Seit Oktober 2012 ist die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Trägerin der Lazarus-Häuser, d.h. der Einrichtungen in Berlin, eines Altenpflegeheims und einer Seniorenwohnanlage in Bad Kösen sowie eines Altenpflegeheimes in Waltersdorf im Zittauer Gebirge.

 

Weitere Informationen: Pfarrerin Karin Bertheau, Tel. 030 / 46705 393, Vorsteherin Lazarus-Diakonie Berlin