Sozialministerin informierte sich in Lobetaler Altenpflegeschule

Dennis Pagel, 4. Ausbildungsjahr (3.v.r.), stellt im Pflegekabinett seine Fähigkeiten unter Beweis. Sichtlich beeindruckt sind Sozialministerin Diana Golze (r.), Schulleiterin Angelika Schröder, und Geschäftsführer Martin Wulff.


Die Altenpflegeschule der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal erhielt am 6. November Besuch von der brandenburgischen Sozialministerin Diana Golze. Die Politikerin wurde vom Geschäftsführer der Stiftung, Martin Wulff, herzlich empfangen. Er dankte der Ministerin für die in diesem Jahr erwiesene Unterstützung, die der schulischen Ausbildung wichtige Impulse bringe. Rund 23 000 Euro Fördermittel erhielt die Altenpflegeschule zur Verbesserung ihrer Arbeit. Davon konnte ein modern ausgestattetes Pflegekabinett finanziert werden. Weitere Mittel flossen in die Beschaffung einer zeitgemäßen Medientechnik, darunter ein mobiler Medienschrank.

Der überwiegende Teil der Mittel, 18 000 Euro, stammt aus dem sog. Mauerfonds, der Erlöse aus dem Verkauf ehemaliger Grenzgrundstücke beinhaltet. Hinzu kamen 5 000 Euro aus der neuen Pflegeoffensive, die von der Ministerin im Oktober gestartet worden war.

Der Fachkräftebedarf in der Pflege steige deutlich und viel stärker als in anderen Branchen, erklärte Ministerin Golze. "Wir müssen daher noch mehr junge Menschen für diese schöne, aber auch anspruchsvolle Arbeit begeistern. Die allgemein sinkenden Schülerzahlen stellen aber die Altenpflegeschulen vor große Herausforderungen. Gute und moderne Ausbildungsbedingungen sind Grundvoraussetzungen dafür, die Attraktivität der Altenpflege zu steigern. Mit den zusätzlichen Geldern aus dem Mauerfonds konnten sie weiter verbessert werden. Die Altenpflegeschulen im Land Brandenburg bilden kontinuierlich und mit großem Engagement auf hohem Niveau Altenpflegerinnen und Altenpfleger aus. Das ist ein ganz entscheidender Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Pflege."

Christine Bode, Leiterin des Diakonischen Bildungszentrums Lobetal, hob hervor, der Bildungsstandort Lobetal sei ein nachgefragter Ort lebensbegleitenden Lernens mit über 500 Ausbildungsplätzen in unterschiedlichen sozialen Berufsfeldern, darüber hinaus rund 700 Teilnehmern in der Fort- und Weiterbildung. An der Altenpflegeschule hätten in den letzten Jahren 360 Schülerinnen und Schüler ihren Berufsabschluss erworben.

Die Leiterin der Altenpflegeschule, Angelika Schröder, sagte: „Einerseits suchen junge Menschen heute attraktive Ausbildungsplätze, die gute Zukunftschancen im Beruf bieten, andererseits erwarten die mit uns kooperierenden Praxiseinrichtungen, dass die Auszubildenden im schulischen Rahmen sowohl berufliche Handlungskompetenzen umfassend erlernen und trainieren als auch ihre Medienkompetenz erweitern." Mit Hilfe der Fördermittel sei ein Pflegekabinett entstanden, das eine an die Praxisbedingungen angepasste Kombination aus Bewohnerzimmer und Arbeitsraum im Sinne eines Dienstzimmers im Altenheim oder Krankenhaus bietet.

Verbessert haben sich in diesem Jahr auch die Kostensätze: Zum Oktober 2015 wurde der monatliche Satz um 50 Euro auf 380 Euro pro Schüler erhöht. Im vergangenen Jahr beteiligte sich das Land mit rund 3,5 Millionen Euro an den Schulkosten für die Altenpflege. Aktuell befinden sich in Brandenburg 1.779 Schülerinnen und Schüler in der Altenpflege- bzw. Altenpflegehilfeausbildung.

Es bestand Übereinstimmung, dass die Planungen für eine generalistische Pflegeausbildung, die den Einstieg in verschiedene Pflegefelder ermögliche, vorangetrieben werden sollten. Auch müsse die berufsbegleitende Ausbildung attraktiver gestaltet werden. Hierzu bereite ihr Ministerium bereits Regelungen vor, die in die Haushaltsgespräche 2016 eingebracht werden, sagte Ministerin Golze.