Lazarus Hospizfest


150 Jahre Bethel – Hospizarbeit, ein Grund zum Feiern

Über 200 Menschen waren am 7. Juli zum großen Fest der Berliner Hospize anlässlich des 150. Bethel-Jubiläums zusammengekommen. Eingeladen hatten Anette Adam und Elizabeth Schmidt-Pabst vom Lazarus-Hospiz und Pastor André-Sebastian Zank-Wins vom Diakonie-Hospiz Lichtenberg, die auch durch den Abend führten. Dabei bot das Gelände des Mauercafés vor dem Lazarus-Haus mit seinen Wiesen und schützenden Schirmen einen idealen Platz zum Feiern. Sommerliche Temperaturen, Freibier und ein vielfältiges Grill- und Salatbüffet sorgten für entspannte Atmosphäre; haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende beider Hospize, Freundinnen und Freunde, Förderer, Netzwerkpartner, Bewohner des Lazarus-Hauses kamen miteinander ins Gespräch.

Begonnen wurde mit einer Andacht: Es wurde gesungen und gebetet, und Pfarrerin Friederike Winter, die neue theologische Geschäftsführerin der Hoffnungstaler Stiftungen (und damit auch des Lazarus-Hauses), erinnerte anhand der Geschichte von Josef und seinen Brüdern daran, wie kostbar es doch ist, wenn innerhalb von familiären Konflikten Vergebung und Versöhnung gelingen.

Ferner gab es Gelegenheit, sich für sich selbst zu besinnen: „Bevor ich sterbe, möchte ich…“, das war die Frage. Der Blick auf die Endlichkeit des Lebens lehrt, nach unseren Prioritäten zu fragen. Schließlich erhoben sich über 50 mit Helium gefüllte Luftballons mit Notizen dazu in den Berliner Stadthimmel – mögen doch alle geäußerten Hoffnungen und Wünsche sich erfüllen…

Der von Theo Dirks geleitete Lazarus Posaunenchor ist eine echte Sensation. Bei schwungvollem Klezmer klatsche und wippte die Menge begeistert. Selbst ein plötzlicher Platzregen konnte der Stimmung keinen Abbruch tun, im Gegenteil, bot er doch Gelegenheit, die neuen  Bethel-Schirme zu testen, und ein farbenfroh erstrahlender Regenbogen über dem Mauerparkgelände verlieh der Festszenerie einen ganz besonderen Zauber.

Hätten Sie gewusst, wie viele MitarbeiterInnen die von Bodelschwinghschen Stiftungen zurzeit beschäftigen? Es sind ca. 18.000! Diese und neun weitere Fragen zu Bethel musste beantwortet haben, wer in der folgenden Preisverleihung etwas gewinnen wollte. „Ich bin ganz sprachlos und überwältigt. Ich habe noch nie etwas gewonnen und freue mich sehr!“, sagte Ute Severin vom Ambulanten Diakonie-Hospiz Lichtenberg. Ihr Hauptgewinn: Ein Wochenende für zwei Personen im  „Haus der Stille“ der Schwesternschaft Sarepta in Bethel.

Zu erwähnen ist noch eine Delegation vom SV Dallgow. Spontan hatte sich die Mannschaft entschieden, auf ihr alljährliches Grillfest zu verzichten und stattdessen, das Fest zu nutzen, um dem Lazarus-Hospiz einen Spendenscheck in Höhe von 200,- Euro zu überreichen. Ja, so ist das – Hospize brauchen und freuen sich über Spenden!!!

Schließlich das Highlight des Abends: „Uli und die Grauen Zellen“ spielten live auf und rissen mit Popsongs aus den 70ger/80ger Jahren die Leute von ihren Stühlen. Drafi Deutscher, die Beatles, Udo Jürgens, Udo Lindenberg…, Evergreens nonstop, da wurde der Weg zum Café mal eben zur Tanzfläche, da wurde geklatscht und gesungen, Erinnerungen wurden wach. Dazu Diakonisse Sr. Brigitte Queisser: „Das war ein sehr schönes Fest. Ich möchte am liebsten gleich weiter feiern.“

Ganz am Ende dann der Segen:  „Möge die Straße uns zusammen führen, und der Wind in Deinem Rücken sein…“. Das irische Segens-Lied zur Gitarre verbindet und trägt – hoffentlich weit über diesen Abend hinaus, hoffentlich bis zu einem nächsten Mal…

„Bevor ich sterbe, möchte ich…“ – Was würden Sie auf Ihren Zettel schreiben?
Wie wäre es denn vielleicht mit: „… noch einmal ein schönes Fest feiern!“?

 André-Sebastian Zank-Wins