Delegation aus der Ukraine besuchte Lobetal

Mitglieder der ukrainischen Delegation: Elisabeth Kunze (3. von rechts)


Eine Delegation von 26 Ukrainern aus Politik, Verwaltung, Kirche und Gesundheitswesen sowie Mitglieder eines Tanz- und Gesangensembles aus dem Oblast (Verwaltungsbezirk) Chernihiv (nördlich von Kiew gelegen) waren kürzlich zu Gast in Deutschland. Vor allem ging es darum Kontakte zu Krankenhäusern zu knüpfen sowie um den  Austausch von Erfahrungen, verbunden mit der Bitte um Unterstützung. Im Rahmen dieses Programms stattete ein Teil der Delegation auch der Ukraine-Hilfe in Lobetal am Freitag einen Besuch ab. Die Kontakte zwischen Chernihiv und Lobetal bestehen seit rund vier Jahren. Seither wurden bereits etliche Transporte mit Hilfsgütern von Lobetal aus nach Chernihiv auf die Fahrt geschickt. „Während ihres Aufenthaltes in Lobetal wollten sich die Ukrainer vor allem einmal für die Unterstützung bedanken“, erzählt Elisabeth Kunze, die seit mehr als 20 Jahren die Ukraine-Hilfe in Lobetal organisiert und leitet. Während ihres Besuches konnten die Teilnehmer der Delegation u.a.  sehen wo und wie die Hilfsgüter gesammelt und aufgearbeitet werden, bevor sie auf den Weg gebracht werden. Sie konnten sich in der kurzen Zeit ihres Besuches direkt vor Ort davon überzeugen, wie die Arbeit in der Ukraine-Hilfe Lobetal vonstatten geht. Bei einem anschließenden kleinen Rundgang durch Lobetal lernten die Gäste auch  ein kleines Stück der sozialen Arbeit der Hoffnungstaler Stiftung kennen. „Sie besuchten die Heime, die Kirche, erfuhren von den Werkstätten für behinderte Menschen und probierten auch einmal den Lobetaler Bio-Joghurt“, so Frau Schulze. Der Hilfsgütertransport, der zu Beginn dieser Woche zunächst bei der GAB Berlin mbH und dann in der Ukraine-Hilfe Lobetal beladen wurde, ist inzwischen auf dem Weg nach Chernihiv zur Christlichen Mission unterwegs. Diese organisiert seit vielen Jahren die humanitäre Hilfe, nimmt Spenden entgegen,  erledigt Zollformalitäten und verteilt anschließend kostenlos die Spenden an Krankenhäuser, Schulen, Sozialämter und Kirchen.

Zum Hintergrund:

In der Ukraine herrscht seit vier Jahren Krieg. Vor allem in den Gebieten Lugansk und Donezk wird fast jede Nacht geschossen. Ein normales Leben ist nicht möglich, täglich gibt es Tote zu beklagen. Viele junge Männer kommen mit bleibenden physischen und psychischen Schäden aus den Kampfgebieten zurück. Für ihre Genesung benötigen sie und ihre Familien Unterstützung. Aber auch alte Menschen, kinderreiche Familien, Waisenkinder, Familien mit Menschen mit Behinderung sind auf Unterstützung angewiesen. Sie benötigen Kleidung, Schuhe, Rollstuhle, Rollatoren etc.. Unterstützung brauchen insbesondere auch Krankenhäuser. Dort fehlen Betten, Matratzen, Reinigungswagen, medizinische Geräten. Ebenfalls werden dringend Möbel für Schulen benötigt. 

 
(R.Meliß)