{Play}

Ganz besondere Heilige…

 

Heute am 11.05. beginnen die „Eisheiligen“ und damit eine Zeit im Mai, in denen es, nach einer oder mehrerer Wärmeperioden, noch einmal zu Kälteeinbrüchen oder Nachfrösten kommen kann. So soll man z.B. frostempfindliche Pflanzen schützen oder erst nach diesen Tagen in’s Freie pflanzen. Unzählige Bauernregeln gibt es zu diesem Zeitabschnitt.

Doch wer sind oder waren eigentlich diese Eisheiligen? In manchen Regionen spricht man von Drei, in den meisten Regionen aber von den 5 Heilige, derer in der Zeit vom 11. bis 15. Mai, meist in der Katholischen Kirche, gedacht wird.

Der heilige Mamertus, war im 4. Jahrhundert katholische Erzbischof von Vienne (Wien) und ist der Schutzpatron der Hirten und der Feuerwehr und wird bei Dürre, Fieber und Brusterkrankungen angerufen. Ihm ist der 11.05. als Gedenktag gewidmet.

Der heilige Pankratius wurde 290 nach Christus geboren und am 12. Mai des Jahres 304 öffentlich enthauptet. Bis zum letzten Augenblick pries der mutige Christ seinen Herrn Jesus Christus. Er gilt als Patron des Eides und der Ritter. Leider konnte ich nicht ermitteln, in welchem Verhältnis Pankratius zum Wetter stand/steht.

Der Heilige Servatius war später Bischof von Maastricht, wo er am 13. Mai 384 verstarb, sein genaues Alter ist nicht überliefert. Seine Verehrung entstand aus der Voraussagung des Hunneneinfall von 450, den er vorhergesagt haben soll. Er wird nach altem Volksglauben bei Fußleiden, Frostschäden, Rheumatismus und Rattenplagen angerufen.

Der 14. Mai ist der Gedenktag des heiligen Bonifatius von Tarsus. Als er miterlebte, dass sich trotz Folter und dem sicheren Tod Menschen zu ihrem Glauben bekannten ließ er sich ebenfalls taufen. Er bekannte sich zu seinem Leben als Christ und wurde daraufhin ebenfalls verfolgt und gefoltert. Er starb, der Überlieferung nach, gewaltsam durch siedendes Pech Auch bei Bonifatius habe ich keine Verbindung zu Wetter, Frost oder Unwettern gefunden.

Die einzige Frau im Bunde ist die heilige Sophia von Rom. Auch Sie starb in der Zeit der Christenverfolgungen eines gewaltsamen Todes. Sie gilt als Schutzheilige gegen Spätfröste und für das Gedeihen der Feldfrüchte.

Allen fünf Heiligen ist gemein, dass sie ob der Bekennung zu ihrem Glauben heiliggesprochen und dadurch zu Märtyrern wurden. Und allen ist gemein, dass Ihre Gedenktage in diese Zeitperiode fallen. Bauernregeln hatten in vergangenen Zeiten durchaus ihre Berechtigung, waren sie doch Regeln und Voraussagungen, um den Bauern sichere Ernten zu sichern.

Es ist aber faszinierend, dass diese Regeln auch heute noch, zumindest in allgemeinen Sprachgebrauch, tief in unserer Kultur verwurzelt sind.

Thomas Baunack