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Komm mit auf eine Reise durch die Liebe

 

Kennen Sie Sam McBratney und Anita Jeram? Nein? Das macht nichts, denn mir waren diese Namen auch nicht geläufig. Diese Beiden haben aus dem einfachen Satz „Weißt Du eigentlich, wie lieb ich Dich hab?“ ein Buch gemacht, welches viele von Ihnen dann doch kennen, oder?

Warum schlug dieses Buch bei der Erstveröffentlichung 1994 so ein und findet bis heute so reißenden Absatz, nicht nur in der Zielgruppe von Bilderbüchern? Es ist doch „nur“ eine Geschichte von einem kleinen und einem großen Hasen, die sich in der Formulierung ihrer Zuneigung zu übertreffen suchen. Die Illustrationen sind zauberhaft, die Texte einfach, kurz und einprägsam (ich denke an die "Hüpferung" ) - dennoch hat dieses Buch eine große Tiefe – es ist fast rührend wie sich die Beiden immer mehr steigern bis der kleine Hase schließlich müde wird und sich von seinem großen Freund (oder der Mutter, oder dem Vater, oder…) in‘s Blätterbett legen lässt…

Aber bedarf es der Liebe immer neue und steigernde Liebebekundungen? Reicht nicht manchmal auch ein Blick, eine Geste, ein Zuhören und Wahrnehmen, das „einfach nur da sein“? Müssen wir es uns immer „sagen“? Nein, wir müssen nicht – aber es tut uns gut. Bedarf es einer Steigerung von "lieb haben"? Nein, wenn es ernst gemeint ist nicht.

Dabei ist es nicht nur die Liebesbekundung zu seinem Partner - und das auch nicht nur zum Valentinstag. Es können (und sollten) auch Gesten an Menschen sein, die man schätzt und mag - Liebe und Wertschätzung müssen gepflegt werden und beschränken sich nicht auf einmalige Worte. Anderen den gleichen Respekt und die Wertschätzung und Liebe entgegenzubringen, wie man es für sich selbst erwartet. Es müssen nicht immer die weltverändernden oder großen Worte sein, wie wir sie in den letzten Wochen immer wieder aus der Politik und den Medien gehört haben. Kleine Worte und Gesten, ein Lächeln, eine freundliche Ansprache, das "wahrgenommen werden" und vor Allem das dauerhaftes positive Handeln sind so viel mehr Wert als alle ausgesprochenen und geschriebenen Worte.

Aber um auf das oben angesprochene Buch zurückzukommen und die Frage nach dessen Erfolg: Menschen verschenken dieses Buch oder dessen Begleitprodukte ob des hohen Symbolcharakters und vielleicht auch manchmal, weil sie es selbst nicht schaffen, sich auszudrücken oder diese schönen Worte auszusprechen… Und vielleicht auch, weil nicht genau zu erkennen ist, in welcher Beziehung die beiden Hasen zueinander stehen. Damit ist es eine universelle einfache Geschichte mit so vielen Interpretationsmöglichkeiten...

Bleiben Sie behütet, wertgeschätzt und gesund

Thomas Baunack