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Welttag des Buches

Heute ist „Welttag des Buches“. Schon J.W. von Goethe setzte sich für einen solchen Gedenktag ein. Der Ursprung für diesen Tag lag dann fast 200 Jahre später in Katalonien. Dort war es Brauch, an diesem Tag jedem Kunden einer Buchhandlung eine Rose zum Buch zu überreichen. Das Datum, der 23. April, geht auf die Todestage von William Shakespeare und Miguel de Cervantes Saavedra, dem Erfinder des Don Quixote, zurück. Mitte der 90er Jahre wurde dieser Brauch dann zum „Welttag“ und kam nach Deutschland. Ich selbst habe damals als Buchhändler erstmals diese Rosen an meine Kunden verteilt – eine wie ich finde sehr schöne Kombination, Buch und Rose.

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Bücher und Literatur sind niedergeschriebene Geschichte(n). Historische Romane und Biografien schildern uns, an realen oder fiktiven Persönlichkeiten, Geschehnissen ihrer jeweiligen Epoche, den Stand der Technik und des Wissens und auch den Zustand der jeweiligen Gesellschaft. Selbst Science-Fiction Romane bringen uns die jeweiligen Vorstellungen von Menschen nahe, wie sie sich die Welt der Zukunft vorstellten – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Schon im 16. Und 18. Jahrhundert beschrieben Männer wie Thomas Morus und Jule Verne ihre Vorstellungen zum Leben in einer fernen Zukunft.

Bücher sind aber auch Futter für die Seele, man kann sich in sie hineinvertiefen, vom Alltag abtauchen und in andere Welten eintauchen. Sie bieten Entspannung und Wissen.

Bücher überspannen Generationen. Ein Buch, welches für mich persönlich eine besondere Bedeutung hat, ist Ehm Welks Roman „Die Heiden von Kummerow“. Es ist kein Buch der großen Weltliteratur. Aber mein Großvater rezitierte seit meiner frühen Kindheit mit Begeisterung daraus, ich wuchs mit den Geschichten aus Kummerow auf. Er selbst bekam das Buch erstmals als Feldpostausgabe im Schützengraben des Zweiten Weltkrieges in die Hand, später erstand er eine Ausgabe aus dem Jahre 1937, noch in Frakturschrift (Sütterlin) gedruckt. Heute hat genau dieses Buch einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich bin es, der (weil schon so oft gelesen) aus diesem Buch rezitieren und von Martin Grambauer, Johannes Bärensprung, Kantor Kannegießer, Pastor Breithaupt und Anderen erzählen kann – und ich hoffe, dass irgendwann meine Tochter dieses Buch lesen und ihm den ihm gebührenden Platz im Regal geben wird.

Und letztendlich begleitet uns ein noch viel älteres Buch seit vielen Generationen: unsere Bibel. Goethe soll über sie gesagt haben: „Die Bibel wird immer schöner, je mehr man sie versteht.“ Und : „Die Bibel ist ein ewig wirksames Buch, weil, solange die Welt steht, niemand auftreten und sagen wird: Ich begreife es im Ganzen und verstehe es im Einzelnen. Wir aber sagen bescheiden: Im Ganzen ist es ehrwürdig und im Einzelnen anwendbar.“

Thomas Baunack