Dank an Bürgerbewegungen: Skulptur vor dem Mauer-Café eingeweiht

Bei der feierlichen Enthüllung der Skulptur: der Vorstand der Adalbert-Stiftung, die Botschafter, Pastor Ulrich Pohl (3 v.r.) und Martin Wulff (4.v.r.).


Auf dem Lazarusgelände in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte wurde am 9. Juni ein Denkmal eingeweiht, das an die Beiträge der „Adalbert-Länder“ Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn zum Mauerfall in Berlin erinnert. Initiator ist die Adalbert-Stiftung Krefeld, die dem Dialog mit den Staaten Mittel- und Osteuropas gewidmet ist, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Mauer und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sowie den Botschaften der beteiligten Länder.

Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, hieß die Gäste aus dem politischen, diplomatischen und gesellschaftlichen Raum, darunter auch die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth und der letzte DDR-Außenminister und SPD-Mitbegründer in der DDR, Markus Meckel, auf dem neugestalteten Areal vor dem Mauercafé herzlich willkommen. Der Vorstandsvorsitzende der Adalbert-Stiftung, Prof. Dr. Hans Süssmuth, würdigte den Beitrag der Bürgerbewegungen in den Adalbert-Ländern zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit.
Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, erinnerte daran, dass durch den Mauerbau Familien, Freundschaften, Nachbarschaften und nicht zuletzt auch die Lazarus-Diakonissengemeinschaft auseinander gerissen wurden. Zahlreiche verletzte Mauerflüchtlinge seien später in der Zeit der Teilung in der Lazarus-Krankenstation medizinisch erstversorgt worden. An der Veranstaltung nahmen auch die Betheler Vorstandsmitglieder Christine Rieffel-Braune und Pastor Dr. Johannes Feldmann, Vorsitzender der Lobetaler Geschäftsführung, teil.

Der Künstler, der das Denkmal geschaffen hat, Professor Hans Joachim Albrecht, erläuterte, er habe sich für eine Skulptur entschie¬den, die „die Durchdringung zweier Momente“  symbolisiert – eine Figur, die sich aus kauernder Abwehr befreit und gleichsam beflügelt aufrichtet. Im fünfeckigen Sockel des Denkmals sind die Namen der Adalbert-Länder eingearbeitet.

Im Anschluss an die Einweihung des Denkmals fand im Lazarus-Haus Berlin ein Internationales Kolloquium zum Thema „Die Nationalen Runden Tische in den Adalbert-Ländern. Das Vermächtnis von 1989“ mit prominenten Vertretern aus diesen Ländern und dem diesjährigen Adalbert-Preisträger Dr. Imre Kónya (Gründer des unabhängigen Juristenforums und Mitglied des ungarischen Runden Tisches und Innenminister a.D.) unter Leitung des letzten DDR-Außenministers und SPD-Mitbegründers in der DDR, Markus Meckel, statt.