Neue Skateranlage im "Kulti" Biesenthal übergeben

Frei wie auf dem Ozean - die Skateboardanlage im Kulti Biesenthal wurde am Samstag eingeweiht. Foto: R. Meliß


„Ich bin froh, dass die Zeiten von Lehmrampen und Holzbergen vorbei ist“, so Ralf Klinghammer, Leiter des Jugendkulturzentrum „Kulti“ in seiner Ansprache zur offiziellen Einweihung und verwies damit auf die Provisorien, die es zuvor dort gab. Denn nichts wünschten sich die Jugendlichen so sehr wie eine Skateranlage. Skaten – das Gefühl von Freiheit, Sport und Selbstbetimmung das konnten Besucher am Samstag bei der Einweihung der neuen Skater-Anlage erleben.


Der Ursprung des Skateboardens geht übrigens auf Surfer zurück, die mit ihren Brettern auf den Wellen des Ozean glitten. Doch was, wenn keine Wellen oder überhaupt kein Wasser vorhanden ist? Ganz einfach: man brachte Rollen an das Brett an und schon konnte man auch zu Land diesem faszinierenden Freizeitsport nachgehen – unabhängig von den Launen des Ozeans. Das geschah erstmalig vor 50 Jahren in Kalifornien. Die industrielle Produktion von Skateboards startete 1964 und etablierte sich ab 1975 auch in Deutschland.


Die Idee, hinter dem „Kulti“ eine Skateranlage einzurichten war schon 2013 entstanden und geht auf die Initiatoren Marvin Böttcher, Fritz, Kettner und Lukas Burghart zurück. Dem ersten Treff mit dem damals noch Biesenthal vorstehenden Bürgermeister André Stahl, folgten Skizzen, die sich die Jugendlichen aus dem Internet suchten. Und mit Hilfe des Rates  älterer Skater-Profis“ fanden sie schließlich jene Elemente, die sich am besten für die hinter dem Jugendklub liegende Fläche eigneten.


So wurde das Projekt Stück für Stück auf den Weg gebracht und fand sowohl beim Leiter des „Kulti“, Ralf Klinghammer sowie dem pädagogischen Mitarbeiter Sebastian Henning Anklang. Unterstützung bei der Planung und Finanzierung gab es zudem von Stadt und Landkreis. Doch bis es soweit war, galt es  viele Hürden aus dem Weg zu räumen. 2014 begann die konkrete Planung, 2016 wurde der Bauantrag gestellt. Noch im Oktober 2016 entstand die Anlage. „Es war uns ein Herzensanliegen, diesen Wunsch zu erfüllen“, so auch Bürgermeister Carsten Bruch.


Und dann gab es kein Halten mehr. Auf Rollern, Inliners und Skateboards nahmen Kids und Jugendliche die Anlage offiziell in Besitz.  Und was für Nichtkenner eher nach halsbrecherischen Manövern aussah, ist für Kenner der Szene ein atemberaubendes Geschicklichkeitsspiel zwischen Füßen, Board und der scheinbaren Leichtigkeit, auch mal die Schwerkraft ausser Kraft zusetzen. Wie beim Sprung über die einzelnen Betonelemente oder bei den Tricks für immer wieder neue Figuren im Freestyle, bei tänzerischen Moves vor allem aber ist der Kick dieses besonderen Lebensgefühls ausschlaggebend.

Die Kosten für die Anlage schlugen mit 65.100 Euro zu Buche. Daran beteiligte sich zu 75 Prozent der Landkreis – der Rest kam von den Biesenthaler Stadtvätern. Träger der Einrichtung ist die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.