5. Deutscher Weiterbildungstag im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal

Intensiver Austausch in der Gesprächsgruppe 'Interkulturelle Aspekte der Heilerziehungspflege'


Über das eigene „kulturelle Fensterbrett“ hinaus

5. Deutscher Weiterbildungstag im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal

 

Am gemeinsamen „Haus“ namens Europa mitzubauen, das ist ein schönes Bild. Doch wie kann in einer multikulturellen Gesellschaft ein Ort des gemeinsamen Lebens und Arbeitens aussehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 19. September beim 5. Deutschen Weiterbildungstag im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal mehr als 90 Teilnehmer. Unter dem Motto „europa BILDEN, Multikulturalität – neue Perspektiven der Ausbildung“ diskutierten die Gäste mit den Dozenten aus verschiedenen sozialen Berufen über Chancen und Herausforderungen des Blickes über das eigene „kulturelle Fensterbrett“. Die Umsetzung theoretischen Wissens über die Lebensform des kulturell anders lebenden Nachbarn und der Umgang mit Sprachbarrieren gehörten zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Gesprächsgruppen. Dabei ging es unter anderem um die Frage nach kultursensiblen Gesprächskompetenzen in der Angehörigenarbeit und um die Auswirkungen globaler Konflikte auf das Leben von Kindern.

 

„Ich bin sehr gespannt auf die Gespräche, wie im beruflichen Handlungsfeld die Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft gemeistert werden können“, sagte Christine Bode, Leiterin des Diakonischen Bildungszentrums Lobetal bei der Eröffnung dieses besonderen Tages. Weiterbildung könne dabei helfen, sich auf den neuesten Stand zu bringen, so Frau Bode weiter. Lobetal sei einer von 526 Orten in Deutschland, an dem der Deutsche Weiterbildungstag veranstaltet wird. Besonders freute sich Christine Bode darüber, dass auch viele ehemalige Schüler, die inzwischen selbst erfolgreich im sozialen Bereich tätig sind, der Einladung zu diesem Tag gefolgt waren.

 

Zu ihnen gehörte die Heilerziehungspflegerin Zarina Engel, die im Johann-Hinrich-Wichern-Haus der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal tätig ist. In einer der Gesprächsgruppen berichtete sie aus der Praxis über die interkulturellen Aspekte in der Heilerziehungspflege. Sprachbarrieren und der Loslösungsprozess junger Klienten aus der Familie seien die größten Herausforderungen, machte sie deutlich, ebenso wie die Arbeit mit den Angehörigen allgemein. „Die Klienten mit Migrationshintergrund stammen fast alle aus Osteuropa. In Kasachstan, wo ich selbst herkomme, gehören Menschen mit Behinderung nicht zum Straßenbild“, schilderte Zarina Engel eindrucksvoll. Deshalb seien bei der Begleitung dieser Klienten Toleranz, Empathie und Respekt sehr wichtig, ebenso wie die Biografiearbeit, die das Vertrauensverhältnis zwischen Personal und Familienangehörigen stärke. Der professionelle Heilerziehungspfleger müsse sich aber auch informieren über Krankheits- und Gesundheitsvorstellungen, Speiseregeln und religiöse Hintergründe der Klienten aus einem anderen Kulturkreis, betonte Zarina Engel. „Wichtig bei der multikulturellen Bildung und Weiterbildung ist vor allem ein festes Fundament, das aus Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit, Effizienz, Demokratie, Solidarität und Vielfalt besteht“, unterstrich auch Alexandra Lange, die Leiterin der Agentur Fort- und Weiterbildung am Diakonischen Bildungszentrum und Organisatorin des Weiterbildungstages.

 

Aus der niederländischen Partnerschule „ROC von Twente“ reiste Dick Roos als Gesprächsgruppenleiter an. Der Dozent betreut gegenwärtig nicht nur die vier niederländischen Schüler, die gerade in der Stiftung Lobetal ihre praktische Ausbildungsphase absolvieren. Er engagiert sich zugleich für die gute Zusammenarbeit der beiden Partnerschulen, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Kooperationsjubiläum feiern.

 

Wer sich für die Angebote der Agentur Fort- und Weiterbildung des Diakonischen Bildungszentrums Lobetal interessiert, kann sich unter www.lobetal.de informieren.

 

Katrin Wacker

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