Oberkirchenrat Pastor i.R. Martin Ziegler verstorben

Oberkirchenrat Pastor i.R. Martin Ziegler

Wir trauern um OKR Pastor i.R. Martin Ziegler


Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal denkt in großer Dankbarkeit an das Wirken ihres Vorsitzenden des Vorstandes und Anstaltsleiters Oberkirchenrat Pastor i.R. Martin Ziegler.

Er verstarb am 21. März im Alter von 83 Jahren.

Der gebürtige Berliner trat nach dem Theologiestudium an der Berliner Humboldt-Universität im anhaltischen Großkayna seine erste Pfarrstelle an (damalig Kirchenprovinz Sachsen; jetzt Evang. Kirche Mitteldeutschland). Bereits im Juli 1953 führte ihn sein Weg zum ersten Mal nach Lobetal, als er während des Studiums ein diakonisches Praktikum in Alt-Lobetal bei den Hauseltern Striedieck absolvierte.

Von 1968 bis 1974 bekleidete er die Position des Superintendenten in Merseburg. Im Sommer 1974 wurde Ziegler zum Direktor des Innere-Mission-Hilfswerkes Berlin-Brandenburg berufen, das er bis 1983 führte. Anschließend leitete er bis 1991 das Sekretariat des Bundes evangelischer Kirchen in der DDR.

Pastor Ziegler war ehrenamtlich seit 1980 im Verein Hoffnungstal e.V. (Hoffnungstaler Anstalten Lobetal) tätig, ab 1983 als Vorsitzender des Vorstandes. 1991 wurde er zum Anstaltsleiter berufen und ging 1994 in den Ruhestand.

Wer Martin Ziegler erlebte, traf einen einfühlsamen Mitmenschen, dessen loyale und offene Art dem Gegenüber Sicherheit gab und unbedingte Annahme signalisierte. Als einer der Moderatoren des Zentralen Rundens Tisches der DDR begleitete er in Berlin 1989/90 wegweisend den Prozess des Dialogs der politischen Gruppen und Parteien.
1990 wurde er mit dem Bruno-Kreisky-Preis ausgezeichnet.

Viele Ereignisse, Projekte und Vorhaben fielen in seine Lobetaler Zeit… die Zeit der Wende und des Aufbruchs im Osten Deutschland. So unter anderem die Errichtung und Sanierung zahlreicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude, der Beginn der Arbeit der Werkstatt für behinderte Menschen, die Erweiterung des Bonhoefferhauses, die Übernahme der Barnimer Baumschulen Biesenthal, der Beginn der eigenständigen Lobetaler Ausbildung zum Heilerziehungspflege, das erste Video-Doppel-EEG im Krankenhaus Tabor, die ersten Außenwohngruppen der Eingliederungshilfe, die Sanierung und der behindertengerechte Straßenumbau des Dorfes Lobetal, usw. usw. … Vieles gäbe es zu nennen.

Engste Mitarbeiter Pastor Zieglers erinnern sich an seine große Gelassenheit. Er verstand sich zuerst immer als Pastor und Teil der Gemeinde.

Die Diakonie Lobetals in Zeiten des Wandels gesellschafts- und sozialpolitischer Bedingungen zukunftsorientiert aufzustellen bei gleichzeitiger Bewahrung der traditionsreichen, von Bodelschwinghschen Prägung ist einer der vielen Verdienste seiner fast 40-jährigen Tätigkeit in Kirche und Diakonie.

In Würdigung seines Werkes wurde ihm im Jahr 1994 durch das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg die Wichernplakette verliehen.

Der Trauergottesdienst findet am 13. April 2015 um 14.30 Uhr in der evangelischen Kirche Schildow (Oberhavel) statt.