Beratung unter einem Dach

Die Mitglieder des Bernauer Gospelchores umrahmten die Eröffnung der neuen Beratungsstelle musikalisch. Foto: Copyright Wolfgang Rakitin


Beratung unter einem Dach

 

Bernau (MOZ) Ob als Jugendlicher oder Erwachsener, ob es um die Anerkennung vonZeugnissen, die Berufsorientierung, die Integration in den Arbeitsmarkt oder um Sprachkurse geht - Migranten finden seit Mittwoch in Bernau eine neue Beratungsstelle mit Angeboten verschiedener Träger.                                                                                                                           "Das Beispiel könnte Schule machen", sagte Marieta Böttger, Migrations- und Integrationsbeauftragte des Landkreises Barnim. Sie zielt damit darauf, dass sich verschiedene Träger zusammengefunden haben, und zwar sowohl organisatorisch als auch räumlich. Das Diakoniewerk Barnim gGmbH eröffnete am Dienstag die neue Beratungsstelle für die Arbeit des Migrationsfachdienstes in der Orionstraße 10, in der zugleich mehrere Kooperationspartner ihre Beratung anbieten. Der Migrationsfachdienst ist auch für die einheimische Bevölkerung gedacht, die einen Partner mitMigrationshintergrund haben, sowie für Institutionen und Behörden.                                                                                                                                                       Mit der Zusammenlegung der bestehenden Beratungsangebote für Erwachsene und Jugendliche sei ein langer Wunsch in Erfüllung gegangen, hebt Dieter Döbler, Geschäftsführer des Diakoniewerkes, hervor. Die Zahlen und die Anliegen der Ratsuchenden hätten dies erforderlich gemacht. In Brandenburg leben rund 65000 Ausländer, darunter etwa 3300 Asylbewerber oder geduldete Ausländer. Fast die Hälfte kommt aus europäischen Staaten. Insgesamt leben fast 130000 Menschen mit Migrationshintergrund in Brandenburg - das sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Die Mehrheit besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft.                                                                                                                                                                                 In der Orionstraße sind neben dem Diakoniewerk Barnim als Kooperationspartner der Landkreis Barnim, der Bund der Vertriebenen und die Flüchtlingsberatungsstelle von Human Care vertreten. Zwei Beratungszimmer stehen für Gespräche zur Verfügung. "Dabei können die Angebote auf kurzem Wege und effektiv miteinander verknüpft werden", hebt Sozialarbeiterin Franziska Stolz hervor. Die Sprechstunden und die verschiedenen Schwerpunkte der Beratung werden mit allen Trägern abgestimmt, ergänzt Sozialarbeiterin Elena Schäfer. Die Beherrschung von Fremdsprachen gehört dazu. Irina Holzmann vom Bund der Vertriebenen bietet Gespräche in Deutsch, Russisch, Polnisch und Englisch an.                                                                                              "Worte können helfen", hob Pastor Johannes Feldmann, Vorstand der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, mit Blick auf die Beratungsgespräche hervor. Musikalisch eröffnet wurde die Veranstaltung vom Gospelchor "Tommy M. and the Afro Baraka Voices". Seine Mitglieder bezeichnen sich als Bernauer Chor, stammen aber aus Kenia. Seit mehreren Jahren leben einige von ihnen in Bernau, doch nach wie vor sei es schwierig eine Arbeit zu finden. Aber nicht aussichtslos. Christine Odango arbeitet beispielsweise als Altenpflegehelferin und Enan Jakakan als Koch. Der Kasache Igor Schmidt, der eine Ballade zur Gitarre sang, berichtete, dass seine Töchter in Deutschland einen Studienplatz gefunden hätten.

Sprechzeiten im Überblick: Diakoniewerk Barnim: Migrationsberatung für Erwachsene ab 27 Jahre, montags 9 bis 12 Uhr (mit Terminvergabe) donnerstags 13 bis 18 Uhr, Tel. 03338 7535721; Jugendmigrationsdienst (bis 27 Jahre), montags und donnerstags 13 bis 18 Uhr, Tel. 03338 7535722; Bund der Vertriebenen, Beratung für Erwachsene ab 27 Jahre, Schwerpunkt Berufliche Integration, mittwochs 13 bis 16 Uhr, Tel. 03338 7535723

Quelle: http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/bernau/artikel3/dg/0/1/1246417/

OLAV SCHRÖDER

RED. BERNAU, BERNAU-RED@MOZ.DE

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