Gespräch im Lobetal-Eck - Ministerpräsident Woidke trifft sich mit Ehrenamtlichen

Ministerpräsident Woidke (5.v.l.) im Gespräch mit Ehrenamtlichen. Mit dabei Bürgermeister Stahl (links), Martin Wulff,(2.v.l.) und Lutz Reimann, Agentur Ehrenamt (rechts)/Foto: L.Weigelt


Ehrenamtler auf der Suche nach Nachwuchs

Woidke im Gespräch mit Bürgern

 

Von Tatjana Littig /Bernau (MOZ)

Auf seiner „Zukunftstour Jugend“ machte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Mittwochabend Halt in Bernau. In der Galerie Andererseits traf er sich mit Ehrenamtlichen, Bürgermeister André Stahl und Martin Wulff, dem Geschäftsführer der Stiftung Lobetal.

Umgeben von Kunst nahmen Bürger aus dem Barnim Platz am gedeckten Tisch in der Galerie Andererseits im Lobetal-Eck in Bernau. Sie alle engagieren sich ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – in der Feuerwehr, der Flüchtlingshilfe, Kinder- und Jugendarbeit oder der Verkehrswacht. Wie kann zur Sicherung des Nachwuchses im Ehrenamt beigetragen werden? Über diese Frage sprach Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke mit ihnen. „Ehrenamt ist durch den Staat nicht zu ersetzen“, betonte Woidke zur Begrüßung. Als Beispiel nannte er die Flüchtlingsarbeit: Die Ankommenden in den Arm zu nehmen und willkommen zu heißen, das könnten staatliche Stellen nicht leisten, sagte er. Dafür bedürfe es ehrenamtlicher Helfer.

Helfer wie jene, die zum Gespräch eingeladen waren. Unter den Anwesenden: Erik Pfaff. Der 27-Jährige ist Sprecher des Runden Tisches „Willkommen in Eberswalde“. Die Initiative organisierte in diesem Jahr diverse Begegnungsfeste für Flüchtlinge und Einheimische. „Integration funktioniert nur, wenn Mensch auf Mensch trifft“, kommentierte Woidke. So könnten Vorurteile und Ängste abgebaut werden, erklärte er. In der Flüchtlingshilfe ist auch Mathis Oberhof aktiv. Er ist einer der Gründer den Runden Tisches „Willkommen in Wandlitz“. „Für Flüchtlingsarbeit bedarf es keiner Vorbildung“, sagte er. Der 65-Jährige beobachtet, wie sich gerade neben der traditionellen Integrationsarbeit

viele Menschen über Soziale Medien organisieren. „Das explodiert im Netz, weil es keine Autorität gibt“, resümierte er. Während es in der Flüchtlingsarbeit nicht an jungen Helfern mangelt, sieht es in anderen Bereichen schlechter aus. „Wir haben Nachwuchsprobleme in der Verkehrswachten“, sagte Walter Papritz aus Marienwerder, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Barnim ist.

Lydia Schmerler ist seit drei Jahren in der Wehr in Joachimsthal aktiv. Daneben absolviert sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. „Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, braucht verständnisvolle Arbeitgeber“, berichtete die 18-Jährige. Ein anderes Anliegen formulierte Karina Berg von den Barnimer Freidenkern: Man darf Bedarfsgruppen nicht gegeneinander ausspielen, sagte sie.

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