Pastorin Friederike Winter als Vorsteherin der Stiftung Lazarus-Diakonie Berlin eingeführt

Während des Einführungsgottesdienstes in der Lazarus-Kapelle


“Niemanden und nichts aufgeben”, zitiert Ulrike Trautwein, Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz den Lazarus Gründer Wilhelm Boegehold anlässlich der Einführung von Pastorin Friederike Winter als Vorsteherin der Diakonie Stiftung Lazarus am 24. September. Sie führte Friederike Winter in der Kapelle der Stiftung in ihr Amt ein.

 

“Niemanden und nichts aufgeben! In einer Welt, in der so viele unter die Räder kommen, ist dieses Programm heute so aktuell, notwendig und richtungsweisend wie damals.” Pastorin Winter sieht sich in dieser Kontinuität. Sie habe diesen Staffelstab übernommen und weiß um den Geist und um die Herausforderungen. “Neues heißt für mich, das Bisherige weiterzuführen, aber auch zu wissen, dass wir am Ende danach gefragt werden, wie wir die Dinge hinterlassen.” Es sei ein Dienst, der das Werk von Generationen weiterführt und weitergibt. Oder um es modern zu sagen: Verantwortliches Handeln heißt nachhaltiges Handeln.

 

Für Pastorin Winter sei die Diakonie Lazarus ein guter Ort, aus dem viele gute Orte entstanden sind. Da gebe es große Verbindungen zur großen Schwester, den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Überhaupt seien es gute Orte, die Gott will und die wir als Christen schaffen können und sollen. Sie machte in ihrer Predigt Mut, das Gute in den Blick zu nehmen in einer Zeit, wo täglich Schreckensmeldungen auf uns niederprasseln.

 

Ulrike Trautwein lenkte auch den Blick auf die großen und vielen Herausforderungen, die auf Friederike Winter warten. Dazu passe perfekt der Wochenspruch aus dem 1. Petrusbrief: “All eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch.” Ulrike Trautwein weiß: “Wir müssen die Last nicht alleine tragen. Gott ist an unserer Seite. Und wir dürfen auf die Gemeinschaft zählen, die mit uns die Wege geht.” Eine asiatische Weisheit sei ihr dabei ein hilfreicher Begleiter: “Belade dein Schiff von heute nicht mit den Sorgen von morgen.”

 

Dass viele mit gleichem Geist im diakonischen Geist glauben und handeln zeigten die Grußworte. Geschäftsführerkollege der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Martin Wulff, setzt in seinem Grußwort auf Friederike Winter als Ideengeberin, ermuntert dazu, mutig neue Wege zu beschreiten und Vertrauen in bisher gegangene Wege zu setzen. Auch die weiteren Überbringer von Glückwünschen - Christine Rieffel-Braune, Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Jens Fischer, Vorsitzender des Kuratoriums der Diakonie Stiftung Lazarus sowie Pfarrerin Christa Schrauf, Geschäftsführerin des Kaiserwerther Verbandes – verbanden die große diakonische Tradition und Wirkung der Lazarus Diakonie mit der Herausforderung, Gesellschaft diakonisch zu gestalten.

 

Unter dem Leitwort „Niemanden und nichts aufgeben“ gründete Pastor Wilhelm Boegehold 1865 in Berlin den Lazarus-Kranken-Verein, der sich die Errichtung eines Krankenhauses für die Ärmsten der Armen zum Ziel gesetzt hatte. Boegehold kannte aus seiner Tätigkeit als Pfarrer der Elisabeth Kirchengemeinde die Not und das Elend der Kranken, Behinderten und Schwindsüchtigen im benachbarten schnell wachsenden Industrie- und Arbeiterviertel. Im Jahr 1865 wurde der Grundstein für eine Kapelle und den Krankensaal gelegt, wenig später wurde das Diakonissen-Mutterhaus gegründet.


Unser Foto:

Während des Einführungsgottesdienstes in der Lazarus-Kapelle: Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein (1. Reihe r.), Pastorin Friederike Winter (Mitte), ihr Lobetaler Geschäftsführerkollege Martin Wulff (2.v.l.). Lazarus-Diakonisse Schwester Christa Hübner sowie Prof. Dr. Philipp Enger (Evang. Hochschule Berlin)