Was hat man davon, heute noch religiös zu sein

Religionsphilosophische Woche am Diakonischen Bildungszentrum Lobetal

 

Was hat man davon, heute noch religiös zu sein? Dürfen Christen Sex vor der Ehe haben? Sind die Zeugen Jehovas eine Sekte? – Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die angehenden Erzieher der Mittelstufe am Diakonischen Bildungszentrum Lobetal vom 7.11. – 11.11.2011 im Rahmen einer Religionsphilosophischen Projektwoche. Zum nunmehr dritten Mal findet diese besondere Schulprojektwoche in der Beruflichen Schule für Sozialwesen statt. „Diese Projektwoche ist inzwischen schon eine Tradition an unserer Bildungseinrichtung geworden, so die Schulleiterin Christine Bode. Die beteiligten Schüler haben hier die Möglichkeit sich eigene ethische und religiöse Standpunkte bewusst zu machen und sowohl mit Mitschülern als auch Vertretern der Weltreligionen in einen Gedankenaustausch zu treten.“

Deshalb standen auch in diesem auch in diesem Jahr Diskussionen und Vorträge über ethisch-moralische Fragen im Mittelpunkt, wie etwa die Problematik der Abtreibung oder die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, über Traditionen und Bräuche verschiedener Weltreligionen, über den Charakter und die Gefahr von Sekten und die Bedeutung der christlichen Religion am späteren Arbeitsplatz der Schüler. Dabei setzten sich Schüler und Referenten mit der Herausforderung auseinander, mit Kindern über Gott und Tod zu sprechen und wie man bedeutende christliche Feste anschaulich und lebensnah mit Kindern vorbereiten und feiern kann. „Der Martinstag ist wohl der christliche Feiertag, der in den meisten Kitas gefeiert wird“, erklärte Referentin und Religionspädagogin Anika Krebs. „Man sollte ihn auch deshalb unbedingt mit den Kindern feiern, weil die Geschichte um den Heiligen Martin davon erzählt, wie wichtig es ist, auf seinen Nächsten zu achten und mit ihm das zu teilen, was man von seinem Besitz abgeben kann.“ Christin Fätkenheuer gehörte zur Seminargruppe, die sich mit dem Thema „Mit Kindern das Kirchenjahr feiern“ beschäftigte und resümierte am Ende: „Das Seminar hat viel gebracht, weil wir gelernt haben, wie wir zum Beispiel mit einem Puppenspiel die Kinder auf ein bestimmtes Fest oder Thema einstimmen können.“

Lilli-Marie Lauschus kam in dieser Projektwoche als Leiterin einer der sogenannten Basisgruppen nach Lobetal, in denen sich die Schüler über die Themen der verschiedenen Seminare austauschen konnten. „Die Schüler haben schon überlegt: Was ist meine Berufung? Und dabei ist ihnen noch einmal klar geworden, weshalb sie in Lobetal sind und Erzieher werden wollen“, beschrieb die junge Lehrerin. „Sie haben festgestellt, dass Leben viel mehr ist als essen und schlafen, und dass es für sie wichtig ist, etwas für andere zu machen.“

Schülerin Christin Labs gemeinsam mit Referentin (und Expertin)
Margot Roy beim Anlegen eines Sari

Höhepunkt der Woche war eine Exkursion nach Berlin, wo die verschiedenen Gebetshäuser der großen Weltreligionen besucht wurden. „Man geht aus dieser Woche und denkt noch mal zurück, an die vielen Dinge, die man besprochen hat und die man auch fürs Leben gebrauchen kann“, formulierte Schülerin Patricia Martin, die die Woche mit vielen positiven Erlebnissen verbindet. „Die Projektwoche war sehr gelungen, weil einem nicht nur eine Sicht von Religion gezeigt wurde und man schön diskutieren und philosophieren konnte.“

Lilli-Marie Lauschus freute sich mit Koordinatorin Anne Trantow über Schülerfeedback dieser Art und schilderte: „Obwohl viele am Beginn der Woche sagten, sie hätten keine religiöse Bindung, stellten nicht wenige Schüler im Verlauf der Projektwoche fest, dass sie doch eigentlich fast alle an etwas glauben.“

Kontakt und Information

Christine Bode
Leiterin Diakonisches Bildungszentrum Lobetal

Tel.: 03338-66-251
Fax: 03338-66-261

Bonhoefferweg 1

16321 Bernau OT Lobetal