Ambulanter Lazarus Hospizdienst

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Ambulante Hospizdienste setzen sich für eine liebevolle Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen ein. Dazu gehört, deren Wunsch zu unterstützen, die letzten Wochen und Monate in der eigenen Wohnung erleben zu wollen.

Alle Angebote des ambulanten Hospizdienstes sind für PatientInnen und Angehörige vollkommen kostenfrei.

Die Hospizarbeit will die mit dem Krankheitsprozess verbundenen Leiden lindern. Sie kann helfen, die Konfrontation mit dem Sterben zu verarbeiten und bei bestehenden Kommunikationsschwierigkeiten unterstützen. Die Hospizarbeit beabsichtigt Hilfe bei der Auseinandersetzung mit Lebenssinn- und Glaubensfragen. Dabei werden soziale, ethische und religiöse Gesichtspunkte berücksichtigt. Die Hinterbliebenen werden auf Wunsch in ihrer Trauer begleitet.

Ambulante Sterbebegleitung

Besuchsdienst

Seit 1992 begleitet der Ambulante Lazarus Hospizdienst schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige zu Hause und in stationären Einrichtungen. Diese Begleitungen werden von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen übernommen.

Unseren Ehrenamtlichen ist es ein Bedürfnis, einen Teil ihrer Kraft, Zeit und Fürsorge, sterbenden Menschen und ihren Familien zur Verfügung zu stellen. Dabei führen sie keine Pflege aus, sondern ergänzen die Angebote von Pflegediensten und die Betreuung durch Haus- und Home-Care-Ärzte.

Die Ehrenamtlichen sind offen für Gespräche, schenken Zeit, Aufmerksamkeit, Ruhe und Verständnis. Sie bieten Begleitung bei Spaziergängen, Behördengängen oder beim Besuch von Verwandten oder Kulturveranstaltungen an. Besuche durch ehrenamtliche Mitarbeiter ermöglichen auch gezielte Entlastung für die Angehörigen des Betroffenen.

Unsere Ehrenamtlichen werden von uns intensiv auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit vorbereitet und erhalten während ihrer Tätigkeit regelmäßige Supervisionen. Sie unterliegen der Schweigepflicht. Verlässlichkeit und Verbindlichkeit sind die Grundlage unserer ehrenamtlichen Arbeit.

Sitzwachen

Mit Sitzwachen wollen wir dem sterbenden Menschen in seinen letzten Stunden bis wenigen Tagen zur Seite zu stehen. Dabei wird mit dem Einsatz einer Vielzahl von Ehrenamtlichen eine lückenlose Begleitung rund um die Uhr bis zum Tode angestrebt.

Begleitung von Menschen mit Demenz am Lebensende

Die Anzahl der Menschen, die in unserer Gesellschaft an Demenz erkranken nimmt mit der allgemein steigenden Lebenserwartung immer weiter zu. Die Begleitung von Menschen mit Demenz stellt besondere Ansprüche an die Begleiter: Erforderlich sind ein hohes Maß an Zuwendung, die Einbindung von Personen in die Begleitung, die als Bezugspersonen akzeptiert sind, sowie besondere nonverbale kommunikative Fähigkeiten.

Ein Großteil unserer Ehrenamtlichen ist durch eine zusätzliche Schulung von uns auf die besonderen Herausforderungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz vorbereitet. Somit können wir Ihnen ein qualifiziertes Angebot speziell für die Begleitung von Menschen mit Demenz am Lebensende machen.

Am Lebensende fern der Heimat

Wir begleiten Menschen aller kulturellen und religiösen Hintergründe.

Palliative Beratung

Neben unserem Besuchdienst bieten wir auch palliativ-pflegerische Beratungen an. Dafür besuchen wir Sie zu Hause und beraten Sie vor Ort zu Möglichkeiten und Wegen, wie der Lebensalltag in einer durch schwere, unheilbare Erkrankung völlig veränderten Lebenssituation weiterhin gestaltet werden kann. Wir möchten mit Ihnen gemeinsam schauen, wie die Verbesserung von Lebensqualität und ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit in einer schwierigen Lebenslage trotz allem Wirklichkeit werden kann. Dafür wenden wir unseren Blick gemeinsam mit Ihnen u.a. auf bestehende Möglichkeiten:

  • belastende Symptome im Krankheitsverlauf zu lindern
  • die häusliche Pflegesituation zu verbessern
  • die Überlastung der Angehörigen zu verringern
  • ungenutzte Ressourcen im sozialen Umfeld zu erschließen
  • den offenen Umgang mit Gefühlen der Trauer und des Schmerzes zu zulassen
  • ergänzende, spezialisierte Angebote in Medizin und Pflege zu nutzen

Patientenverfügungsberatung

Wir beraten Sie bei der Erstellung von einer Patientenverfügung und/oder Vorsorgevollmacht. Für den Fall, das Sie Ihren Willen nicht mehr bilden oder äußern können, haben Sie die Möglichkeit, diese in einer Patientenverfügung nieder zu schreiben. Für den Fall, das Sie Ihren Willen nicht mehr bilden oder äußern können, bevollmächtigen Sie mit der Vorsorgevollmacht eine Person Ihres besonderen Vertrauens.

Die Erstellung dieser Dokumente kann ein wichtiger Schritt der Vorsorge sein. Betroffene können durch diese Dokumente ihren Willen und Ihre Wünsche gegenüber Medizin und Pflege kundtun.

Durch unsere Beratungsgespräche lassen sich viele Unklarheiten klären und manche Ängste nehmen, die bei einem Blick in eine ungewisse Zukunft natürlicherweise entstehen. Ein erster nützlicher Schritt bei der Erstellung der Patientenverfügung kann es sein, sich der eigenen Werte und Wünsche in Bezug auf Leben und Sterben bewusst zu werden. Folgende Fragen können dafür eine Hilfestellung sein:

  • Wie sehe ich mein bisheriges Leben?
  • Was ist mir für meine Zukunft wichtig?
  • Was macht mein Leben lebenswert?
  • Wenn ich eine chronische bzw. zum Tode führende Erkrankung hätte, was wäre mir in dieser Situation wichtig? Wie viel / wenig möchte ich tatsächlich wissen?
  • Was bedeutet es für mich, abhängig und / oder auf Hilfe angewiesen zu sein?
  • Hat sich meine Einstellung zu Sterben und Tod im Laufe der Jahre verändert? Wenn ja, wie?
  • Welche Rolle spielen Glaube, Religion, Spiritualität in meinem Leben? Beeinflusst dies meine Einstellung zum Sterben?
  • Wer wird meinen Tod betrauern?
  • Welche Gedanken habe ich mir schon für meine Bestattung gemacht?

Hospiz macht Schule

Wir bieten eine eigens für Kinder entwickelte Projektwoche an Grundschulen (3. und 4. Klasse) zu den Themen:

  • Werden und Vergehen
  • Krankheit
  • Sterben und Tod
  • Trauer und Trauerbegleitung
  • Trost und Trösten

Die meisten Kinder kommen bereits früh in Kontakt mit ersten Verlusterfahrungen, mit Abschiedsschmerzen und auch mit dem Sterben und dem Tod.

Die behutsame Heranführung an diese Themen steht im Mittelpunkt der Projektwoche "Hospiz macht Schule".

Bei der Begleitung von sterbenden Menschen und deren Angehörigen erleben wir oft, dass Eltern versuchen, ihre Kinder vor diesem schwierigen Thema zu schützen. Erwachsene sind meist hilflos, wenn sie die direkten Fragen der Kinder beantworten sollen. Kinder werden daher aus Gesprächen ausgegrenzt und bleiben häufig mit ungeklärten Fragen und quälender Ungewissheit zurück.

Ziel der Projektwoche ist es, einen Beitrag zu leisten, dass Kinder sensibel und erfahrungsorientiert an die gesllschaftlichen Tabuthemen Sterben, Tod und Trauer herangeführt werden und Tod und Sterben als Teil des Lebens begreifen.

Kontakt und Information

Lydia Röder
Leitung / Koordination ambulanter Hospizdienst

Tel.: 030-46705-276
Fax: 030-46705-277

Bernauer Str. 115-118
13355 Berlin