Projekt „Am Lebensende fern der Heimat“ - Dasein bis zu Letzt

Dr. Erich Rösch, Vorstand der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung, übergibt den Preis an Lydia Röder (r.) und Elizabeth Schmidt-Pabst


Es ist der 15. Oktober 2013. Das Opferfest, welches das höchste islamische Fest ist, wird an diesem Tag gefeiert. In einer Moschee in der Nachbarschaft stehe ich auf dem Imam Pult neben dem Imam in einem Raum voller Männer. In dieser für mich völlig unbekannten Situation, stelle ich mich vor und beginne über die Hospizarbeit, unsere kostenlosen Angebote und die ehrenamtliche Sterbebegleitung zu berichten. Der Imam übersetzt alles auf Arabisch und anschließend reichen meine mitgebrachten Flyer gar nicht für die vielen Menschen aus, die gerne einen mitnehmen möchten.

An einem anderen Tag ein paar Monate zuvor: Auf WDR „Funkhaus Europa“ wird ein Interview auf Polnisch mit Lydia Röder ausgestrahlt, die Leiterin des Ambulanten Lazarus Hospizdienstes. Ein andere Szene aus dem Hospizdienstalltag: Eine erste nette Begegnung und Kontaktaufnahme bei Tee und Kaffee fand im Weddinger „Dostluk“ (Deutsch Freundschaft) mit der deutsch-türkischen Seniorengruppe statt. Ein Monat später folgte die Info Veranstaltung, wo viele Fragen zum Thema Krankheit, Sterben und Tod mit Hilfe einer Dolmetscherin beantwortet werden konnten.

Was tut sich da im Ambulanten Lazarus Hospizdienst?  

Im März 2013 begann das Projekt: „Am Lebensende fern der Heimat“ zur Transkulturellen Sterbebegleitung. In Berlin leben etwa 872.000 Menschen mit einem Migrationshintergrund. Der Migrantenanteil ist im Bezirk Mitte-Wedding mit 45 % am höchsten. Die Multikulturalität Berlins verleiht dieser dynamischen Stadt eine für deutsche Verhältnisse beinahe unvergleichliche Offenheit, Flexibilität, Traditionsreichtum und Vielfalt. Die Kehrseite davon ist allerdings, dass viele MigrantInnen aus unterstützenden Strukturen ausgegrenzt werden und insbesondere am Lebensende außerstande sind, entsprechende Angebote in Anspruch zu nehmen. Viele Gespräche mit bestehenden sozialen Einrichtungen, Familienberatungsstellen, Begegnungsstätten und Kulturzentren aus der Nachbarschaft haben gezeigt, dass es über die Hospiz-Idee und die kostenlosen Angebote des Hospizdienstes einen Aufklärungsbedarf gibt. Durch Begegnungen, Infoveranstaltungen und Vernetzung im Kiez wollen wir die Angebote des Hospizdienstes für alle Menschen zugänglich machen und Menschen aus anderen Kulturen für die ehrenamtliche Sterbebegleitung gewinnen.

Darüber hinaus haben wir unsere Angebote erweitert und bieten nun Fortbildungen für Pflegende an zum Thema kultursensible Pflege um die interkulturellen Kompetenzen zu stärken. Erste Erfolge unseres Projektes sind die Ehrenamtlichen, die Türkisch, Polnisch, Arabisch, Ungarisch, Bulgarisch, Koreanisch, Persisch, Spanisch, Norwegisch, Englisch und Rumänisch als Muttersprache sprechen.

Projekt ausgezeichnet

Der Ambulante Lazarus Hospizdienst wurde mit dem  3. Preis der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung für dieses Projekt ausgezeichnet. Wir freuen uns über diesen Preis und vor allem über das Gelingen, die Angebote des Ambulanten Lazarus Hospizdienstes für alle Menschen, unabhängig vom Herkunftsland, gleichermaßen zugänglich zu machen!

Weitere Infos zum Projekt und Ehrenamtlichkeit:
Lydia Röder, Elizabeth Schmidt-Pabst und Kathrin Hackmann
LazarusHospiz-ambulant@lobetal.de
030 467050276

Kontakt und Information

Lydia Röder
Leitung / Koordination ambulanter Hospizdienst

Tel.: 030-46705-276
Fax: 030-46705-277

Bernauer Str. 115-118
13355 Berlin